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1Tim NT

1. Timotheusbrief – Auslegung

Der erste Brief des Paulus an Timotheus – Auslegung Herbert Jantzen und Thomas Jettel

Der erste Timotheus
Weisungen für die Nacharbeit eines Missionars

Betrachtungen zum ersten Brief des Paulus an Timotheus
von Herbert Jantzen
leicht bearbeitet und ergänzt von Thomas Jettel

Vorwort

Wir freuen uns einen erbaulich gehaltenen Kommentar zum ersten Timotheusbrief von Herbert Jantzen veröffentlichen zu dürfen. Das Büchlein entstand aus Gedanken, die Herbert Jantzen, in verschiedenen Vorträgen geäußert hat. Die Vorträge wurden überarbeitet und leicht ergänzt. Zum Teil ist der mündliche Stil erhalten geblieben.
Bibelzitate sind der Übersetzung von Herbert Jantzen „Das Neue Testament in deutscher Fassung“ (Verlag FriedensBote) entnommen.
So der Herr will und Gesundheit und Kraft schenkt, sollen weitere erbauliche Kommentare bzw. Betrachtungen zu biblischen Büchern folgen.
Wir wünschen den Lesern Gottes reichen Segen.

Thomas Jettel
Dättlikon, im Sommer 2019

Inhalt
EINLEITENDES
a. Der Empfänger: Timotheus
I: Wer ist er?
II: Was macht Timotheus zur Zeit?
b. Zum Inhalt des Schreibens
I: Die Absicht
II: Die Aufgliederung
III: Der Kern des Briefes dürfte 3,14-16 sein.
DIE TEXTBESPRECHUNG
a. Der Briefeingang V. 1.2
I: Grundsätzliches
II: Der Eingangsgruß 1,1.2
A: Der Grüßende V. 1
1: „Paulus“
2: „Apostel“
B: Der Gegrüßte V. 2A
C: Das Grußwort V. 2M
1: Die Form
2: Die Elemente
3: Die Quelle des Grußes
b. Der Hauptteil des Briefes 1,3 – 6,19
I: Von einem Auftrag am Evangelium 1,3-20
A: Über den dem Timotheus erteilten Auftrag V. 3-11
1: Über die Erteilung des Auftrages V. 2.3
2: Über die Ausrüstung zu diesem Auftrag V. 2M.3A
3: Über das Wesen des Auftrages V. 3E.4
4: Über das Ziel des Auftrages, der Timotheus anvertraut wurde V. 5-11
B: Das Zeugnis des Auftraggebers Paulus 1,12-17
1: Er ist dankbar. V. 12-14
2: Er bezeugt die Treue der Christusbotschaft. V. 15
3: Er bezeugt die Absicht Gottes mit ihm. V. 16
4: Sein Zeugnis mündet in einen Lobpreis. V. 17
C: Der Auftrag wird aufs Neue und mit allem Ernst dem Timotheus übertragen. V. 18-20
II: Ein Wort für alle Glaubenden K. 2
A: Dieses Wort ist ein besonderer Auftrag an Timotheus. V. 1.8.9
B: Alle sollen beten. V. 1-7
1: Das Gebet ist vorrangig. V. 1
2: Wie man beten soll V. 1M
3: Für wen gebetet werden soll V. 1E.2A
4: Wofür gebetet werden soll V. 2M
5: Warum gebetet werden soll V. 3-7
C: Ein Wort für die gläubigen Männer V. 8
1: „an jedem Ort“
2: Paulus hat eine Bitte im Blick auf das Vorangehende.
3: Die Bitte scheint zwei Probleme anzusprechen.
D: Ein Wort für die gläubigen Frauen V. 9-15
1: Über ihr Aussehen V. 9.10
2: Über ihre Tätigkeit V. 11-15
E: Ein Zitat mit Durchblick
III: Worte für die Verantwortlichen K. 3
A: Ein Wort über den Aufseher in der Gemeinde V. 1-7
1: Die Bezeichnung
2: Das Begehren V. 1
3: Die Bedingungen V. 2
B: Ein Wort über die Gehilfen V. 8-13
1: Einleitendes
2: Voraussetzungen für die Diakonen V. 8.9
3: Über das Einsetzen der Diakonen V. 10
4: Über „die Frauen“ V. 11
5: Weitere Voraussetzungen, die die Familie betreffen V. 12
6: Eine Zusage V. 13
C: Ein Wort für den Missionar V. 14-16
1: Paulus liefert einige Erklärungen für sein Schreiben an ihn. V. 14
2: Es folgt ein kurzes Glaubensbekenntnis. V. 16
IV: Vom rechten Dienst der Verkündigung K. 4
A: Einleitendes: Warum ist dieses Kapitel von Bedeutung für die Verkündigung?
1: Es enthält eine entsprechende Verheißung. V. 6
2: Von Gott bestimmte Verkündiger brauchen Unterweisung.
3: Jeder Christ sollte imstande sein, rechte Verkündigung zu erkennen.
4: Jeder Christ sollte selbst ein Verkündiger sein.
B: Was wird hier über die rechte Verkündigung gesagt? V. 1-6
1: Rechte Verkündigung hat zum Inhalt, was der Geist sagt. V. 1
2: Rechte Verkündigung ist notwendig angesichts des vorausgesagten Abfalls. V. 1-3A
3: Was die rechte Verkündigung zu lehren hat V. 3M-5
4: Die rechte Verkündigung hat, wie anfänglich erwähnt, eine Verheißung. V. 6
C: Über die Beschäftigung des rechten Verkündigers V. 7-10
1: Was als Beschäftigung nicht in Betracht kommt V. 7A
2: Von einer sehr wesentlichen Beschäftigung V. 7M-10
D: Wie der rechte Verkündiger seinen Auftrag wahrzunehmen hat V. 11-16
1: Im Anweisen V. 11A
2: Im Lehren V. 11E
3: Mit Augenmerk auf seine Jugend V. 12
4: Im Überwinden aller Untätigkeit soll er seinen Auftrag wahrnehmen. V. 13-16
V: Verschiedene Weisungen K. 5
A: Anweisungen für verschiedene Gruppen von Christen V. 1-20
1: Für verschiedene Altersgruppen V. 1.2
2: Für Witwen V. 3-16
3: Anweisungen für Älteste V. 17-20
B: Persönliche Weisungen für Timotheus V. 21-25
1: Ernste Worte V. 21.22
2: Gesundheitsanweisungen V. 23
3: Über die Folgen unserer Taten V. 24.25
VI: Anweisungen, die das irdische Leben betreffen 6,1-19
A: Ein Wort für die Knechte V. 1.2
B: Ein Wort über solche, die Anderes lehren V. 3-5
1: Zuerst haben wir eine Schuldfeststellung. V. 3
2: Als Nächstes fällt der Apostel ein Urteil. V. 4.5
3: Als Letztes sagt er, wie man sich in einem solchen Fall zu verhalten hat. V. 5E
C: Das rechte Wort über das irdische Auskommen V. 6-10
1: Einleitendes
2: Über die rechte Priorität V. 6-8
3: Über die verkehrte Priorität V. 9.10
D: Ein persönliches Wort für Timotheus V. 11-16
1: Die Anrede V. 11A
2: Kurze Aufforderungen V. 11.12
3: Ein feierlicher Auftrag V. 13-16
E: Ein Wort für Wohlhabende V. 17-19
c. Ernste Schlussworte V. 20.21
I: Eine flehende Bitte V. 20
II: Ein warnendes Beispiel V. 21A
III: Ein Gebet V. 21E
IV: Das letzte Wort V. 21E

  1. THEMAVORSCHLÄGE FÜR WORTSTUDIEN IM BRIEF

EINLEITENDES

A.  DER EMPFÄNGER: TIMOTHEUS 

    I:  Wer ist er?

        .  Timotheus ist Halbjude.

Ag 16,1M: „… ein Jünger war dort mit Namen Timotheus, Sohn einer gewissen jüdischen gläubigen Frau aber eines griechischen Vaters …“
Der Vater war also Grieche, Heide, die Mutter eine jüdische Christin.

        .  Wahrscheinlich kommt Timotheus aus Lystra.

Ag 16,1A.2: „Er kam nach Derbe und Lystra. Und – siehe – ein Jünger war dort [wohl am letztgenannten Ort] mit Namen Timotheus …, der ein gutes Zeugnis hatte von den Brüdern in Lystra und Ikonium.“
Zwei Tatsachen werden berichtet: Paulus besucht zwei Ortschaften, und Timotheus hat ein gutes Zeugnis an zwei Orten. Lystra ist der eine gemeinsame Ort der zwei Ereignisse.
(Ag 20,4 hat man entnehmen wollen, jedoch irrtümlicherweise, wie Zahn zeigt, dass er aus Derbe käme.)

        .  Von Kindheit an wird Timotheus in der Schrift unterwiesen von Mutter Eunike und Großmutter Lois, ebenfalls eine Christin: 2Tm 1,5; 3,14.

        .  Möglicherweise kam er durch Paulus auf dessen ersten Missionsreise zur Bekehrung: 1Kr 4,17.

        .  Während der zweiten Reise des Paulus wurde er beschnitten: Ag 16,1.3.

        .  Er erhielt eine besondere Gnadengabe, als Paulus ihm einmal die Hände auflegte: 2Tm 1,6.

        .  Über ihn war, in Bezug auf seine Lebensaufgabe, geweissagt worden: 1Tm 1,18. Wann, wie oft und von wem ist unbekannt.

        .  Paulus hat ihm bereits aus der hinter ihm liegenden Gefangenschaft in Rom das beste Zeugnis ausgestellt:

Php 2,19-23: „Ich hoffe aber in dem Herrn Jesus, Timotheus bald zu euch zu schicken, damit auch ich erfrischt sei, wenn ich eure Umstände erfahren habe, denn ich habe niemanden, der so eingestellt wäre, der sich mit echter Sorge eurer Umstände annehmen wird, denn sie suchen alle das Ihre, nicht das, das Christi Jesu ist. Aber ihr kennt seine Bewährung, dass er, wie ein Kind für den Vater, zusammen mit mir Leibeigenendienst leistete für die gute Botschaft. Diesen hoffe ich also sofort zu schicken, wann immer ich in meinen Angelegenheiten weitersehe.“

        .  Es ist auch Timotheus, den der Apostel im zweiten Brief an ihn, wenn er um seinen baldigen Tod weiß, nach Rom an seine Seite ruft (2Tm 4,6-13.21).

    II:  Was macht Timotheus zur Zeit?

Dem Brief entnehmen wir, dass er seinen geistlichen Vater, Paulus, eine Zeitlang in Ephesus zu vertreten hat. Da jener Apostel (Missionar) ist, ist seine Aufgabe also eine missionarische: Lehrer der Gruppen von Christen im Raum Ephesus zu sein, aber auch Evangelist für die noch unbekehrten Massen. Das Gebiet, dass in den Genuss seines Dienstes kommt, ist zunächst die Großstadt. Die Orte, von denen in 2,8 die Rede ist, könnten sich sowohl in Ephesus als auch im Umkreis befunden haben. Die Kenntnis des Epheserbriefes, der von Rom aus bereits geschrieben und geschickt war, darf in der Gegend vorausgesetzt werden, evtl auch die anderer seiner Briefe.

B.  ZUM INHALT DES SCHREIBENS

    I:  Die Absicht

        .  Die Reinheit der Christusbotschaft zu bewahren
        .  Die Anhänger der Christusbotschaft zu festigen, im Besonderen seinen Mitarbeiter sowie die Verantwortlichen im Raum Ephesus 

    II:  Die Aufgliederung

        A:  Die grobe

            .  Der Briefeingang in Form eines Grußes: 1,1.2
            .  Das Thema:  die Christusbotschaft in Verkündigung und Praxis: 1,3 – 6,19
            .  Ernste Schlussworte: 6,20.21

        B:  Die Aufgliederung des Hauptteils mit dem Thema

            .  Von einem Auftrag am Evangelium: K. 1
            .  Ein Wort für alle Glaubenden: K. 2
            .  Worte für die Verantwortlichen: K. 3
            .  Vom rechten Dienst der Verkündigung: K. 4
            .  Anweisungen für verschiedene Gruppen von Christen: K. 5
            .  Anweisungen, die den irdischen Lebensunterhalt betreffen: 6,1-19

    III:  Der Kern des Briefes dürfte 3,14-16 sein.

„Solches schreibe ich dir in der Hoffnung, schneller zu dir zu kommen, falls ich aber verziehe, damit du weißt, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, welches die Gemeinde des lebenden Gottes ist, Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit. Und groß ist – das ist übereinstimmendes Bekenntnis – das Geheimnis der rechten Ehrfurcht: Gott wurde geoffenbart [o.: sichtbar gemacht] im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von Boten [evt: Engeln], verkündet in den Völkern, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit.“

DIE TEXTBESPRECHUNG

A.  DER BRIEFEINGANG  V. 1.2

    I:  Grundsätzliches

Bevor wir zu einer gegliederten Besprechung kommen, gilt es, einige grundsätzliche Fragen zum Inhalt des Eingangstextes zu klären. Sie betreffen nämlich den Sinn des ganzen Schreibens.
Dazu lesen wir zunächst die vier ersten Verse des Briefes:
„Paulus, Apostel Jesu Christi nach ausdrücklichem Befehl Gottes, unseres Retters, und des Herrn Jesus Christus, unserer Hoffnung
2 Timotheus, echtem Kind im Glauben:
Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, unserem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn, 3 so, wie ich dir bei der Abreise nach Makedonien zusprach, in Ephesus zu bleiben, damit du einige anweisen möchtest, nicht Anderes zu lehren 4 noch sich Legenden und unendlichen Geschlechtsregistern zu widmen, was mehr zu Infragestellungen beiträgt als zur Verwalterschaft Gottes, die im Glauben wahrgenommen wird.“

        A:  Einige Fragen

            1:  Zu welchem Zweck ist Timotheus in Ephesus? 

Mit dieser Frage hängt der Sinn des Briefes zusammen, besonders das Anliegen von K. 1. Um aber die Frage nach dem Warum des Timotheus in Ephesus zu beantworten, ist wiederum einiges anderes zu klären.

            2:  Beginnt V. 3 mit einem neuen Satz?

Warum diese Frage? In unseren üblichen Übersetzungen ist das der Fall, womit dann ein unvollständiger Satz entsteht. Grammatisch gesehen sollte V. 3 die Fortsetzung von V. 2 sein. Daher die Frage. Um sie zu beantworten, halten wir einiges fest:

                a:  Grußwort und Briefinhalt

Ob Paulus kurz oder lang grüßt, er tut es bewusst. Seine Briefe beginnen nicht erst nach dem Grußwort. Vom ersten Wort an soll alles mit allem Ernst zur Kenntnis genommen werden.

                b:  Darf man an ein verlängertes Grußwort denken? 

Sind die Verse 3 und 4 die Fortsetzung von V. 2, so haben wir ein verlängertes Grußwort. Allerdings ist das bei Paulus keineswegs unbekannt: Rm 1,1-7; Ga 1,1-5; Tt 1,1-4. Man vergleiche auch das Beispiel bei Petrus: 2P 1,1-4.
Auch sollte man in einer seriösen Schrift nicht auf einen unvollständigen Satz schließen, ehe man wirklich dazu genötigt sei. In unserem Fall ist es durchaus möglich, V. 2 mit V. 3 fortsetzen zu lassen, wie im obigen Zitat. So gewinnt der Gruß des Apostels praktische Bedeutung für den jungen und zögernden Timotheus, der seinen erfahrenen Chef in der großen Stadt Ephesus zu vertreten hat.

            3:  Eine weitere Frage:  Wie hat man die Aufgabe des Timotheus von V. 3 her zu bezeichnen? 

Genauer: Wie haben wir in den Versen 3.5.18 zu übersetzen, denn in diesen kommt der entscheidende Begriff vor?
V. 3 beginnt wie folgt: „… so, wie ich dir bei der Abreise nach Makedonien zusprach, in Ephesus zu bleiben, damit du einige …“ Wie soll das nächste Wort lauten? Hierzu einige Beobachtungen:

                .  Es handelt sich dabei nicht um ein Gebot oder ein Gesetz. Für diese Begriffe verwendet der Grundtext andere Ausdrücke. Hier ist Anweisung bzw Auftrag die bessere Übersetzung, auch in den V. 5 und 18.

                .  Wir beachten, dass mit V. 4 der Satz von V. 3 fortgesetzt wird.

                .  V. 5 ist nun Ergänzung zu V. 4.

                .  Aber die V. 5-7 sind ein Satz, sodass der Text bis V. 7 zu den Versen 3 und 4 gehört.

                .  V. 8 ergänzt V. 7, und da die Verse 8-11 ein durchgehender Satz sind, ergänzt der ganze Text bis V. 11 die Verse 5-7, die ja wiederum die Verse 3 und 4 ergänzen.
Alles dieses erhöht die Bedeutung und das Gewicht von V. 3.

                .  V. 18 nimmt wieder Bezug auf die Anweisung von V. 3 und von V. 5: „Diese Anweisung vertraue ich dir an, Kind Timotheus.“

                .  Da also zu V. 3 die Verse 4-11 gehören sowie das, was der Apostel ab V. 18 sagt, fragt sich, welche Bedeutung denn die Verse zwischen 11 und 18 haben.
Sie sind das Zeugnis dessen, der als Sendbote Gottes beauftragt wurde (nämlich des Paulus) und nun in den Versen 3-11 und ab V. 18 (den Timotheus) anweist, an diesem Auftrag Gottes mitzuarbeiten.

        B:  Einige Hinweise im Brief auf die Anweisung von K. 1

            .  In K. 1 selbst                

V. 5.6 sprechen von Zielen, die für die Anweisung bestimmend sind.
V. 5: „Aber das Ziel der Anweisung, des Auftrages, ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben …“
V. 6A: „… von welchen Dingen etliche, da sie sie verfehlten, weggewendet wurden …“

            .  In den weiteren Kapiteln

2,1A: „Vor allem lege ich dir nahe …“
2,8A: „Ich will also …“
V. 9A: „… ebenso auch …“
3,1: „Treu ist das Wort: Wenn jemand sich nach einer Aufseherschaft ausstreckt …“ (Vgl 1,3.)
3,14: „Solches schreibe ich dir in der Hoffnung, schneller zu dir zu kommen …“
4,1: „Aber der Geist sagt ausdrücklich, dass in Zeiten, die folgen, etliche vom Glauben Abstand nehmen werden …“
V. 6.7A: „Legst du dieses den Brüdern als Grundlage vor, wirst du ein edler Diener Jesu Christi sein, genährt und auferzogen durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du nachgefolgt bist. Aber der profanen und Altweiberlegenden entschlage dich.“
V. 9: „Treu ist das Wort und aller Annahme wert …“
V. 11: „Solches weise an und lehre.“
V. 15A: „Diesen [Anliegen] widme deine Aufmerksamkeit …“

    II:  Der Eingangsgruß  1,1.2

„Paulus, Apostel Jesu Christi nach ausdrücklichem Befehl Gottes, unseres Retters, und des Herrn Jesus Christus, unserer Hoffnung
Timotheus, echtem Kind im Glauben:
Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, unserem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn …“

        A:  Der Grüßende   V. 1

            1:  „Paulus“

Zur Zeit scheint er nicht ein Gefangener zu sein. Außer diesem sind seine momentanen Umstände unbekannt.

            2:  „Apostel“

                a:  Der Begriff

Wenn Paulus sagt, er sei Apostel Jesu Christi, so sagt er damit: ‚Ich bin jemand, dessen Botschaft unmittelbar von Jesus Christus gekommen ist.’ Er ist Apostel erster Qualität; d.h.: Gesandter und Prophet. (Alle Apostel erster Qualität waren auch Propheten, denn sie hatten ihre Botschaft unmittelbar von Jesus Christus erhalten.)

                b:  Sein Sendender

„Apostel Jesu Christi“
Paulus ist entsandt von Jesus Christus, gehört ihm und steht ganz im Schatten seines Senders. Er bestimmt nicht seine eigene Tätigkeit, noch seine Botschaft. Jesus Christus bestimmt sowohl die Botschaft als auch die Marschroute mit der Botschaft.

                c:  Seine Sendung

                    I:. Die Sendung geschah als ein Befehl Gottes.

„… gemäß einem ausdrücklichen Befehl Gottes …“
Der Befehl war ein ausdrücklicher. Hinter ihm stand ein Gott, der über seine Boten verfügt.
Paulus hatte an die Korinther geschrieben (1Kr 9,16.17): „… wenn ich die gute Botschaft sage, steht mir das Rühmen nicht zu, denn die Notwendigkeit ist mir auferlegt: Wehe mir, ja, wenn ich die gute Botschaft nicht sagen sollte! – denn wenn ich es gerne mache, habe ich einen Lohn, wenn ungern, bin ich mit der Verwalterschaft betraut.“
Wenn der Apostel sagt, er sei ein Gesandter Jesu Christi, hatte dieser nicht im Alleingang gehandelt, sondern auf Befehl seines Vaters. Hier sehen wir, dass der erhöhte Christus in seinem großen Heilsauftrag immer noch unter der Leitung des Vaters agiert.

                    II:. Die Sendung kam von einem Retter-Gott. 

                        .  „nach ‹ausdrücklichem› Befehl Gottes, unseres Retters“

Hinter dem Befehl stand ein Gott, der das Heil der Menschen wollte. Vgl Jh 3,16.
Und wenn er das sagt, denkt Paulus unweigerlich an den, durch welchen Gott rettet, seinen Sohn:

                        .  „... und [gemäß einem ausdrücklichen Befehl] des Herrn Jesus Christus, unserer Hoffnung ...“

In der Sendung des Paulus waren sich Vater und Sohn einig gewesen. Sie handelten zusammen, wie sie auch in der Vorkehrung des Heils zusammengewirkt hatten.
Und die Sendung kam von einem Heiland, der wahre Hoffnung ist – weil er eine wirksame Rettung erwirkt hatte, die uns eine hoffnungsvolle Zukunft vergewisserte.

        B:  Der Gegrüßte   V. 2A

„Timotheus, echtem Kind im Glauben“

        C:  Das Grußwort   V. 2M

„Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, unserem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn“

            1:  Die Form

Ein Gebet in der dritten Person

            2:  Die Elemente

                a:  Die üblichen

Diese sind Gnade und Friede.

                b:  Das zusätzliche Element

Die Barmherzigkeit weist Timotheus auf die Kraftquelle für seinen Dienst, dessen Anforderungen er möglicherweise meint, nicht gewachsen zu sein. Dass Paulus hier aus der Erfahrung spricht, zeigt sein persönliches Zeugnis in den V. 13-16. Vgl auch 2Kr 4,1.

            3:  Die Quelle des Grußes

                a:  Gott als unser Vater

                b:  Christus Jesus als unser Herr

B.  DER HAUPTTEIL DES BRIEFES   1,3 – 6,19

Das Thema: Die Christusbotschaft in Verkündigung und Leben der Gemeinde

    I:  Von einem Auftrag am Evangelium   1,3-20

        A:  Über den dem Timotheus erteilten Auftrag   V. 3-11

Timotheus ist etwas anvertraut worden. Zudem hat er es mit solchen zu tun, denen ebenfalls etwas anvertraut ist.

            1:  Über die Erteilung des Auftrages   V. 2.3

„Timotheus, echtem Kind im Glauben: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, unserem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn, so, wie ich dir bei der Abreise nach Makedonien zusprach, in Ephesus zu bleiben, damit du einige anweisen möchtest, nicht Anderes zu lehren, noch sich Legenden und unendlichen Geschlechtsregistern zu widmen, was mehr zu Infragestellungen beiträgt als zur Verwalterschaft Gottes, die im Glauben [wahrgenommen wird].“

                a:  Wann wurde der Auftrag erteilt?   V. 3A

„… wie ich dir bei der Abreise nach Makedonien zusprach, in Ephesus zu bleiben, damit du einige anweisen möchtest …“
Genau wo sich die beiden befanden, als der Apostel dem Timotheus dieses nahelegte, ist unbekannt. Nach der Apg 20,25 war es nicht Ephesus, denn nach seinem Abschied von jenen Ältesten sah er sie nicht mehr. Milet oder Troas könnten in Frage kommen.

                b:  Wie wurde der Auftrag erteilt?  V. 3A

„… wie ich dir … zusprach …“
Das Wort, das „zusprach“ zugrunde liegt, ist ein mehrseitiges. Es kann mit „trösten“, „aufrufen“, „zusprechen“ wiedergegeben werden. Der Apostel dürfte hier sagen, er habe bei seiner Abreise Timotheus damals „ermutigt“, in der kleinasiatischen Großstadt zurückzubleiben, um die bisher gemeinsame Arbeit fortzutreiben. Es wäre zu weit gegangen, den negativen Aspekt des Ermahnens hier hineinzutragen.

            2:  Über die Ausrüstung zu diesem Auftrag   V. 2M.3A

„Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, unserem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn, so, wie ich dir bei der Abreise nach Makedonien zusprach, in Ephesus zu bleiben …“
In dem dreifachen Grußwort ist Timotheus die Hilfe Gottes zugesagt für seinen Auftrag.

            3:  Über das Wesen des Auftrages   V. 3E.4

„… damit du einige anweisen möchtest, nicht Anderes zu lehren, noch sich Legenden und unendlichen Geschlechtsregistern zu widmen, was mehr zu Infragestellungen beiträgt als zur Verwalterschaft Gottes, die im Glauben [wahrgenommen wird].“

                a:  Es ist ein Auftrag, der vor Menschen wahrgenommen wird.   V. 3E

„… damit du einige anweisen möchtest …“
Wer sind diese „einige“?
Sie könnten zu zwei Gruppen gehören:
. Zu den Lehrern der Gemeinde
. Zu anderen, die gelegentlich das Wort ergriffen

                b:  Es ist ein Auftrag, der als eine Anweisung beschrieben wird.  V. 3E

„… damit du einige anweisen möchtest …“
Es ist eine Anweisung, an die Timotheus in diesem Brief mehrmals erinnert werden wird. Vgl 1,11-18.
Wohlenberg schreibt (bei Zahn) zu V. 18: „… die als paranggelia gefaßte christliche Lehre, das Evangelium, vertraue ich dir an.“

                c:  Es handelt sich um einen apostolischen Auftrag.

                    .  Das heißt, es handelt sich um einen Auftrag an einen Apostel. Es ist nämlich der, den Paulus selbst wahrgenommen hätte, wäre er in Ephesus geblieben, ja, der, den er zur Zeit sonstwo wahrnahm.
Vgl folgende Stellen: 
1Th 1,1: „Paulus und Silvanus und Timotheus ...“ und 2,6M.7: „... als Apostel Christi hätten wir das Gewicht unserer Stellung spüren lassen können –, sondern wir waren schonend und zart in eurer Mitte, wie eine stillende Mutter die eigenen Kinder pflegt.“
1Kr 16,10: „Wenn Timotheus kommt, seht, dass er ohne Furcht bei euch sei, denn er tut das Werk des Herrn, wie auch ich.“
1Tm 2,8: „Ich will also, dass die Männer an jedem Ort beten, dabei heilige Hände aufheben“. Wie ein Apostel (wie Paulus) hat Timotheus die Aufsicht nicht nur über eine Gemeinde.
3,1.2A: „Treu ist das Wort: Wenn jemand sich nach einer Aufseherschaft ausstreckt, verlangt ihn nach einer edlen Wirksamkeit. Dementsprechend soll der Aufseher untadelig sein ...“ Wie ein Apostel Paulus ist Timotheus verantwortlich für das Einsetzen von Ältesten.
5,17A.19: „Die Ältesten, die in edler Weise vorstehen, halte man doppelter Ehre wert ... Gegen einen Ältesten nimm keine Anklage an, außer auf Aussage von zwei oder drei Zeugen.“

                    .  Dieser Auftrag des Paulus umfasste den ganzen Sendungsauftrag, die Aufgabe, die Christusbotschaft den Herzen von Menschen überall einzupflanzen. 
Letzten Endes umfasste er alle Gottesoffenbarung, ob in Form von Auskunft oder Forderung.

                d:  Es handelt sich beim Auftrag des Timotheus um eine Verantwortung für die Tätigkeit anderer.  V. 3E.4

                    I:. Diese Anderen sind Lehrende.   V. 3E

„… damit du einige anweisen möchtest, … zu lehren …“
Was sollte gelehrt werden?
„… nicht Anderes zu lehren …“
Nicht anderes als was?
. Nicht anderes als das, was in der Anrede angegeben wurde: dass nur Gott unser Retter sei und Jesus Christus unsere Hoffnung
. Nicht anderes als was Paulus und Timotheus lehren würden
. Nicht anderes also als die Wahrheit, die richtige Lehre, das in der Heiligen Schrift geoffenbarte Wort Gottes

                    II:. Sie sind Sich-Widmende.   V. 4

„… noch sich … zu widmen …“
Nicht vergeben werden soll ihre Zeit den
. „Legenden
. und unendlichen Geschlechtsregistern,
. was mehr zu Infragestellungen beiträgt …“
Diese Punkte sollten alle Verkündiger sich heute merken.

                    III:. Sie sind Verwalter von Anvertrautem.   V. 4

„… als zur Verwalterschaft Gottes, die im Glauben [wahrgenommen wird].“

                        A:. Was wird in Ephesus zur Verwaltung anvertraut?     

Es ist die Botschaft des Christus, der sie Paulus anvertraute, die des Paulus, der sie Timotheus anvertraut, die des Timotheus, der sie Verantwortlichen in Ephesus anzuvertrauen hat, welche sie wiederum anderen weiterzugeben haben.

                        B:. Wie soll eine solche Botschaft verwaltet werden?

                            1:. Wer sich in irgend einer Weise am Auftrag unseres Herrn beteiligt, sollte sich dem widmen,

                                -  das das Vertrauen in Gottes Wort fördert,
                                -  dem, das man eines Tages vor Gott verantworten kann.

                            2:. Sie sollte im Glauben, im Vertrauen auf den Herrn und sein Wort, wahrgenommen werden.   V. 4M

„… was mehr zu Infragestellungen beiträgt als zur Verwalterschaft Gottes, die im Glauben [wahrgenommen wird].“
Biblische Wortverkündigung trägt nicht zur Anzweiflung göttlicher Offenbarung bei, sondern zum Vertrauen, denn sie ist aus dem Glauben an das Wort geboren.

                            3:. Im Weiteren darf gesagt werden:

                                .  Wenn es sich um die Botschaft Jesu Christi und seiner Apostel handelt, sollte der Verkünder derselben erkennen, dass sie eine ist, die nur in der Heiligen Schrift vorhanden ist, nicht in neuer Offenbarung, nicht in Schriften anderer Religionen.
                                .  Sodann ist der Text der Heiligen Schrift zu bewahren 
                                    -  im Grundtext;
                                    -  in der Übersetzung.
                                .  Es ist auf den Inhalt der Schrift zu achten,
                                    -  auf alles,
                                    -  besonders auf die Mitte, die Christusbotschaft alten und neuen Testamentes.
                                .  Diese biblische Botschaft muss weitergegeben werden. Sie soll gelehrt werden (V. 3E)
                                    -  unseren Kindern
                                    -  und wo Gelegenheit gegeben ist.

            4:  Über das Ziel des Auftrages, der Timotheus anvertraut wurde   V. 5-11

                a:  Was ist das Ziel im Auftrag des Timotheus?   V. 5

„Das Ziel der Anweisung, des Auftrages, ist Liebe …“
Erinnern wir uns, dass es bei der Anweisung um den ganzen apostolischen Auftrag am Evangelium geht. Das Ziel aller Tätigkeit in diesem Rahmen, aller Reichgottesarbeit, ist die Liebe.

                    I:. Dieses Anliegen ist nicht neu.

Es ist eines, das das AT bereits kennt.

                        .  Um die Liebe zu Gott ging es beim Essverbot im Garten Eden.

                        .  Um die Liebe ging es in erster Linie in den zehn Geboten. 

Siehe die Zusammenfassung in 5M 6,1-5: „Und diese sind das Gebot, die Satzungen und die Rechte, die der HErr, euer Gott, gebot, euch zu lehren, damit ihr sie tut in dem Lande, dahin ihr zieht, es einzunehmen, damit du den HErrn, deinen Gott, fürchtest und haltest alle seine Satzungen und seine Gebote, die ich dir gebiete, du und dein Sohn und der Sohn deines Sohnes, alle Tage deines Lebens und damit deine Tage verlängert werden.
Und du sollst hören, Israel, und behalten, damit du es tust, damit es dir wohl gehe und du sehr vermehrt werdest, wie der HErr, der Gott deiner Väter, dir ein Land verheißen hat, darin Milch und Honig fließt.
Höre, Israel: Der HErr, unser Gott, ist als HErr einer. Und du sollst den HErrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit aller deiner Kraft.“

                        .  Die Anweisung an Timotheus war auch eine, die im Wesen Gottes verankert war. Der Gott, der Liebe ist und zugleich vollkommen heilig, forderte dieselben Eigenschaften von den Seinen: 
„Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“ 
„Du sollst Gott, deinen HErrn, lieben.“ 
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

                    II:. Andererseits geht es um ein Neues.

                        .  Johannes spricht von einem „neuen Gebot“. Es ist aufs Neue gegeben.
                        .  Das Anliegen der Liebe befindet sich in einer neuen Form, der der guten Botschaft der Gnade.
                        .  Es befindet sich zudem an einem neuen Ort, dem Herzen des Menschen: Rm 5,5;  2Kr 5,14.

                    III:. Sodann geht es um ein Ziel, das in zwei Richtungen liegt.

Es geht um eine Liebe zu Gott und auch zum Menschen:
1Jh 4,19.21: „Wir lieben ihn, weil er uns zuerst liebte… Und dieses Gebot haben wir von ihm, sodass auch seinen Bruder lieben soll, wer Gott liebt.“
Es ist wie im alten Bund:
„Du sollst Gott, deinen HErrn, lieben.“
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

                    IV:. Endlich geht es um ein zentralwichtiges Ziel.

Jk 1,12: „Ein seliger Mann, der in der Versuchung Ausdauer bewahrt! – weil er, nachdem er sich bewährt hat, die Krone des Lebens empfangen wird, die der Herr denen verhieß, die ihn lieben.“
2Tm 4,8: „Hinfort liegt die Krone der Gerechtigkeit für mich bereit, die der Herr mir an jenem Tage zuerkennen wird, der gerechte Richter, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung geliebt haben.“
Kol 1,7.8: „… so wie ihr auch lerntet von Epaphras, … der uns auch eure Liebe im Geist darlegte.“ Zu dieser Stelle schreibt Eduard Lohse:
„Die Liebe, die in der Gemeinde wirksam ist, zeichnet ihr ganzes Verhalten aus.“ Warum kann er das sagen? Weil eben die Liebe das Hauptanliegen des Geistes ist, der in uns die Frucht Christi bewirkt. Liebe steht nicht nur an erster Stelle in den Früchten des Geistes; sie fasst die ganze Frucht zusammen, weil sie das Gebot des Hauptes der Gemeinde für seinen Leib ist.
Eph 6,24: „Die Gnade sei mit allen, die unseren Herrn lieben, Jesus Christus, mit unverderblicher Liebe.“
1Kr 16,22: „Wenn jemand den Herrn Jesus Christus nicht liebt, sei er verflucht!“
Jetzt verstehen wir auch, warum die Liebe das Ziel aller Arbeit am Evangelium ist. Es geht um nichts anderes als um die Rettung selbst und um ihren Ausweis.

                b:  Welcher Art ist nun die Liebe, die das Ziel des christlichen Auftrages ist?   V. 5

Der Apostel hat das zentrale Ziel aller Reichgottestätigkeit gekennzeichnet. Er unterlässt es nun nicht, dem Timotheus – und uns – diese Liebe, und zwar der Quelle nach, zu beschreiben, damit man genauer weiß, um was es geht. Wir dürfen uns den Ausweis etwas näher ansehen:
„Das Ziel der Anweisung, des Auftrages, ist Liebe aus reinem Herzen und einem Gewissen, das gut ist, und einem Glauben, der ungeheuchelt ist …“
Was bedeuten diese Beschreibungen im Einzelnen?

                    I:. „Liebe aus reinem Herzen“

                        A:. Was ist Herz?

Paulus lehrt, dass der Mensch aus einem äußeren und einem inneren Menschen besteht:
2Kr 4,16: „Darum ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, wird jedoch der innere Tag für Tag erneuert …“
Jesus nennt den inneren „Herz“:
Mk 7,20.21A: „Er sagte: ‚Das, was aus dem Menschen ausgeht, das verunreinigt den Menschen, denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, gehen hervor die bösen Überlegungen …“

                        B:. Was ist ein reines Herz?

                            .  Ein von Schuld gereinigtes, ein „beschnittenes“

David bittet (Ps 51,12): „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.“
Jesus gibt dann die Zusage (Mt 5,8): „Selige die, die im Herzen rein sind! – weil sie Gott sehen werden.“

                            .  Ein Herz, dass Gott selbst auf den Glauben an die Kreuzesbotschaft hin gereinigt hat:  

Ag 15,8.9: „Und Gott, der Herzenskenner, legte für sie Zeugnis ab und gab ihnen den Heiligen Geist so wie auch uns. Und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen: Er reinigte ja ihre Herzen auf den Glauben hin.“

                            .  Ein Gott geweihtes, eines, in dem er thront, da die Ausdrücke „rein“ und „heilig“, „zugeordnet“, auswechselnd gebraucht werden können.

                        C:. Was ist Liebe aus reinem Herzen?

                            .  Sie ist reine Liebe.

Eph 6,24: „Die Gnade sei mit allen, die unseren Herrn lieben, Jesus Christus, mit unverderblicher Liebe. Wahrlich.“

                            .  Sie ist Liebe, die von Gott kommt.

Rm 5,5: „Die Hoffnung beschämt aber nicht, weil die Liebe Gottes in unseren Herzen ausgegossen worden ist durch den Heiligen Geist, der uns gegeben wurde …“
2Kr 5,14: „… denn die Liebe Christi drängt uns …“

                            .  Sie ist Liebe von ganzem Herzen, weil nichts mehr zwischen dem Betreffenden und seinem Gott liegt. Alle Interessen des Herzens sind auf ihn ausgerichtet.

                    II:. „Liebe aus gutem Gewissen“

                        A:. Was ist Gewissen?

Es ist ein „Mit-Wissen“ (vom griechischen Wort her), das uns in die Wiege mitgegeben wurde. Nach Rm 2,14.15 ist es gleichsam „das Werk des Gesetzes geschrieben in [den] Herzen“ und „bezeugt“ bei gutem wie bei bösem Verhalten. In der Begegnung mit dem Gebot mahnt es zur guten Tat und vor einer bösen. Nach der Tat straft es bei Verschuldung.
Im NT steht es gern in Verbindung mit dem Wandel.

                        B:. Was ist ein gutes Gewissen?

                            .  Ein unverletztes
                            .  Ein wiederhergestelltes, wenn verletzt
                            .  Ein wohl funktionierendes, ein sensibles, vom Wort Gottes geprägtes, eines, das als unverletztes zwischen „gut“ und „ungut“ zu unterscheiden vermag und, im Falle dass es verletzt wurde, in Schrift gemäßer Weise zu strafen vermag. 
                            .  Ein bewährtes Gewissen

Der Ausleger Zantop hat darauf aufmerksam gemacht, dass der Begriff des Gewissens in der Schrift gern in Verbindung mit einem guten Wandel steht. Gott ist nicht nur daran interessiert, dass wir im Moment ein gereinigtes Gewissen haben, sondern dieses über längere Zeit hinweg. Er sagt (zu 1Tm 1,5):
„Es ist zunächst die vom Heiligen Geist gewirkte Gewißheit der Versöhnung mit Gott auf Grund des Opfertodes Jesu Christi (Heb 10, ab V. 19). Dann gehört jedoch zu einem guten Gewissen als ebenfalls notwendige Bedingung das Zeugnis des Heiligen Geistes auf Grund eines guten Wandels im Gehorsam gegen das Wort und den Geist Gottes (Ag 23,1; Heb 13,8; 1P 3,16).“

                        C:. Was ist Liebe aus gutem Gewissen?

Eine reine Liebe und eine, die ungehindert und unbefangen Gott und Mensch ins Angesicht schauen kann.

                    III:. „Liebe aus ungeheucheltem Glauben“

Liebe kommt aus dem Glauben. Echte Liebe kommt aus echtem Vertrauen. Bei den Griechen war der, der in einem Schauspiel eine Rolle innehatte, als „Heuchler“ bezeichnet. Er tat und sprach nämlich wie einer, der er nicht war.
Nun ist ein gespielter Glaube nicht nur ein innerer, den niemand sieht. Es handelt sich also auch hier um etwas über eine gewisse Zeit von anderen Festellbares. Echter Glaube ist ein vertrauender, der sich als solcher unter Beweis gestellt hat. Und eine Liebe aus einem solchen ungeheuchelten Glauben ist eine erkenntlich vertrauende und hoffende Liebe.

                    IV:. Gebliebene Fragen

Nachdem die Quelle der Liebe nach drei Seiten hin aufgezeigt ist, erheben sich einige Fragen: Wie verhalten sich die drei zu einander? Kann man noch ein schlechtes Gewissen haben, wenn man ein reines Herz hat? Wenn man einen ungeheuchelten Glauben hat, bekommt man dann nicht ein reines Herz? Warum müssen die Drei gesondert erwähnt werden?
Das Problem ist verschieden angegangen worden. Vielleicht kann der Hinweis auf zwei Aspekte eine Hilfe sein. Erstens beherrscht nur eine Präposition alle drei Quellen. Zweitens besteht ein Unterschied in der Stellung der Adjektive zu ihren jeweiligen Substantiven: Beim Herzen ist das Beschreibungswort vorangestellt, bei den anderen zwei Hauptwörtern nachgestellt.
Man gewinnt also den Eindruck, es handle sich um nur eine Quelle. Nach der Schau des Wortes Gottes ist das Herz der ganze innere Mensch. Dieser ist das „Herzstück“ seines gesamten Wesens. Im Herzen, im inneren Menschen, ist das Gewissen gelagert sowie die Glaubensfähigkeit. Die Liebe, auf die es im Evangelium ankommt, quillt aus einem gereinigten Herzen, in welchem die göttliche Liebe in der Person des Heiligen Geistes ausgegossen wurde (Rm 5,5). Hand in Hand mit diesem gehen ein ungeheuchelter Glaube und ein gutes Gewissen. Diese Zwei übrigens, wenn sie gepflegt werden, bewahren wiederum das reine Herz.
Eine weitere Frage wird in den Versen 6-11 besprochen. Ein Ziel deutet nämlich eine Strecke zum Ziel hin an. Wie wird das in V. 5 beschriebene Ziel erreicht?

                c:  Wer erreicht dieses Ziel der Liebe nicht?   V. 6.7

„… von welchen Dingen etliche, da sie das Ziel verfehlten, weggewendet wurden zu gehaltlosem Wortemachen, wollen Gesetzeslehrer sein [und] begreifen weder was sie sagen noch das, worüber sie so sichere Behauptungen machen.“
Von dem Wort im Grundtext, das der Wiedergabe: „da sie das Ziel verfehlten“, zu Grunde liegt, schreibt Prof. Beck, es heiße „eigentlich: das Ziel verfehlen, abirren, und bezieht sich darauf, dass die [in] V. 5 charakterisierte Liebe eben als Zielpunkt aller wahren Lehrpraxis angegeben ist. Davon sind die Irrlehrer abgekommen.“

                d:  Wer erreicht das Ziel wohl?   V. 8-11

Was muss geschehen, wenn die Liebe das Ziel unserer Reichgottesarbeit werden soll?

                    I:. Wir müssen die Gewissheit des Paulus und des Timotheus kennen.  V. 8A

„Aber wir wissen, dass das Gesetz trefflich ist …“
Es ist hier ein Kontrast zwischen der Gewissheit von V. 7 und der in V. 8.
V. 7: „… wollen Gesetzeslehrer sein [und] begreifen weder was sie sagen noch das, worüber sie so sichere Behauptungen machen.“
Sind wir davon überzeugt, dass das Gesetz „trefflich“ ist, wirklich gut? Welche Beziehung haben wir zum AT? Haben wir den Mut, Gottes Gebote dem heutigen Menschen zu sagen?

                    II:. Wir müssen wissen, wie das Gesetz zu gebrauchen ist.   V. 8M-10

                        .  Es ist nicht für einen, der gerecht ist.

V. 9A: „… dieses wissend, dass das Gesetz nicht für einen Gerechten eingeführt ist …“

                        .  Für Gesetzlose muss es gepredigt werden.

V. 9M.10A: „… für Gesetzlose und Ungebändigte, Ehrfurchtslose und Sünder, solche, die unheilig und verkehrt sind, und solche, denen nichts heilig ist, Vaterschläger und Mutterschläger, Mörder, solche, die sich der ausserehelichen Geschlechtsverbindung hingeben, Homosexuelle, solche, die Menschen in Knechtschaft führen, Lügner, Meineidige …“
Da in der Endzeit die Sünde zunimmt und das Gesetz für Sünder ist, haben wir auch Gesetz zu predigen: den Willen Gottes in Bezug auf Gut und Böse.

                        .  Gesunde Lehre ist der Maßstab.

V. 10E.11A: „… und das, was sonst der gesunden Lehre zuwider ist, nach der guten Botschaft der Herrlichkeit des seligen Gottes …“

                        .  Wir haben um unsere Verantwortung zu wissen.

V. 11: „… nach der guten Botschaft …, mit der ich betraut worden bin.“

        B:  Das Zeugnis des Auftraggebers Paulus   1,12-17

Der Apostel bezeugt die Wirklichkeit der Christusbotschaft in seinem Leben und stellt sich so dem Timotheus als Leitbild vor.

            1:  Er ist dankbar.   V. 12-14

                a:  Wem?   V. 12A

„Und ich bin dem dankbar … Christus Jesus, unserem Herrn …“

                b:  Wofür ist er dankbar?   V. 12-14

                    I:. Für Kraft   V. 12A

„Und ich bin dem dankbar, der mich innerlich kräftigte …“
Paulus war ebenfalls schwach gewesen – wie Timotheus.

                    II:. Für das Anvertrauen des Dienstes   V. 12M.13

„Und ich bin dem dankbar, … Christus Jesus, unserem Herrn, dass er mich treu erachtete und in den Dienst setzte, der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und übermütiger Gewalttätiger war. Mir wurde jedoch Barmherzigkeit zuteil, weil ich es unwissend tat, im Unglauben.“

                        .  Möglicherweise war die Reihenfolge in der Erfahrung des Paulus folgende:
                            -  Er war ein Lästerer usw im unwissenden Unglauben – im Unterschied zum wissenden.
                            -  Er bekehrte sich zu Christus Jesus als Herrn, der ihm Barmherzigkeit zuteilwerden ließ.
                            -  Dieser kräftigte ihn, und er fing an, in Damaskus Zeugnis abzulegen.
                            -  Jesus erachtete ihn für treu, nahm ihn zur Vorbereitung für einige Jahre auf die Seite.
                            -  Dann stellte er ihn durch Barnabas in den Dienst.
                        .  „dass er mich treu erachtete“:  Die, die Timotheus gegenüberstehen, dürfen an Paulus ein Beispiel nehmen.

                    III:. Für Gnade   V. 14

„Über die Maßen groß wurde aber die Gnade unseres Herrn mit Glauben und Liebe, die in Christus Jesus ist.“
Glaube ist Vertrauen. Es wird von Menschen zu Gott hin aufgebracht. Nachdem Paulus von Jesus erfasst wurde, übte er dieses Vertrauen in ihn. Mit diesem vertrauenden Glauben wurde die Gnade seines Herrn in seinem Leben über die Maßen groß.
Die Liebe ist in diesem Text eine, die in Christus Jesus ist und uns erzeigt wird. Wo Vertrauen ist, kann sie tätig werden, wie Paulus Ga 5,6 sagt.
Wo also Gott durch Jesus Christus vertraut wird, da darf die Gnade bis über die Maßen groß werden; da darf sie auch durch die Liebe Jesu, der man in der Lebensgemeinschaft mit ihm teilhaftig wird, tätig werden.
Merken wir uns übrigens die Reihenfolge im Namen unseres Herrn in den Versen 14.15.

            2:  Er bezeugt die Treue der Christusbotschaft.  V. 15

„Treu ist das Wort und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt kam, Sünder zu retten, unter denen ich Erster bin.“

                a:  Was bedeutet dieses Zeugnis für den, der es liest?

„Was Gott für mich, den Schlimmsten, tat und tut, kann er auch für Dich und andere unter Deiner Verkündigung tun.“

                b:  In welchem Sinne ist diese Botschaft „treu“?

                    .  Sie wird sich selbst treu bleiben, wird sich nie ändern.
                    .  Sie wird auch uns treu bleiben, uns nie täuschen.

                c:  Was ist das Besondere an der Botschaft?

                    .  Sie ist christozentrisch.

„…dass Christus Jesus in die Welt kam“
. Sie ist eine Heilsbotschaft für Schuldige.
„…dass Christus Jesus in die Welt kam, Sünder zu retten“
. Sie ist ganz persönlich:
Für Paulus hat sie persönliche Bedeutung. Er kann es aus der Erfahrung bezeugen. Und träfe es nur seine Vergangenheit, so hätte er schreiben können: „… unter welchen ich der Erste war.“
Dieses Wort ist aber auch von jedem anderen ganzer Annahme wert.

            3:  Er bezeugt die Absicht Gottes mit ihm.   V. 16

„Mir widerfuhr jedoch deswegen Barmherzigkeit: damit Jesus Christus zuerst an mir alle Geduld erzeige zu einem Muster für die, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben.“

            4:  Sein Zeugnis mündet in einen Lobpreis.  V. 17

„Aber dem König der Ewigkeit, dem unverweslichen, unsichtbaren, allein weisen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeiten. Amen.“

                .  Wer ist der König und Gott, der hier gerühmt wird, da ja sowohl der Sohn als auch der Vater solche Bezeichnungen erfährt? 
Dazu sieht man sich den Zusammenhang an.
In den vorangehenden fünf Versen, 12-16, hat Paulus vier Mal den Namen unseres Herrn erwähnt, wenn er sein so gnädiges Wirken in seinem Leben bezeugte. Es ist diese dankbare Bezeugung, die in dieses Lob mündet. Es ist jedoch ein Wort in diesem Lob, das uns hemmt, ausdrücklich Jesus Christus als Gegenstand zu erkennen: das Wort „unsichtbar“. Zwar ist auch Jesus heute für das menschliche Auge unsichtbar, und er ist in Wahrheit Gott selbst. Er ist aber an und für sich sichtbar, und nicht nur Stephanus, sondern Paulus selbst hat ihn als Erhöhten zu sehen bekommen und mehr als einmal.
Wieso aber würde der Apostel nun plötzlich sein Auge vom Sohn auf den Vater lenken?
Es scheint in der Tat, dass er durch die Verse hindurch den Vater hinter dem Sohn im Blickfeld gehabt hat, wenn wir in den Vers unmittelbar vor ihnen hineinsehen. In V. 11 nämlich hieß es: 
„... nach der guten Botschaft der Herrlichkeit des seligen Gottes, mit der ich betraut worden bin.“
Hier wird bereits der Lobton angegeben. Zwischen den Versen 11 und 17 erzählt Paulus, wie dieser Gott, der seinen Sohn zum Heil aller in die Welt sandte, in seinem eigenen Leben durch denselben gewirkt und ihn mit der Verbreitung der Kunde von ihm betraut hat.

                .  Das Lob ist zur gleichen Zeit ein Aufruf an Timotheus, sich dieses ewigen, unverweslichen, allein weisen Gottes und Königs nicht zu schämen, vor dem nicht nur er, sondern auch die Machtvollsten in Ephesus und Rom, sich verantworten werden.

        C:  Der Auftrag wird aufs Neue und mit allem Ernst dem Timotheus übertragen.  V. 18-20

„Diese Anweisung vertraue ich dir an, Kind Timotheus,
. gemäß den vorangehenden Weissagungen über dich,
. damit du in ihnen den guten Kampf kämpfen,
– Glauben haben möchtest
– und ein gutes Gewissen,
. das etliche von sich stießen
. und am Glauben Schiffbruch erlitten,
. unter denen Hymenäus ist,
. auch Alexander,
. die ich dem Satan übergab,
– damit sie durch Zucht unterwiesen würden, nicht zu lästern.“

    II:  Ein Wort für alle Glaubenden  K. 2

        A:  Dieses Wort ist ein besonderer Auftrag an Timotheus.  V. 1.8.9

„Vor allem lege ich dir nahe: Lass Flehen, Gebete, Fürbitten, Dank für alle Menschen dargebracht werden … 8 Ich will also, dass die Männer an jedem Ort beten, dabei heilige Hände aufheben ohne Zorn und Zweifel, 9 ebenso auch, dass die Frauen sich selbst in schicklichem Gewand schmücken, verbunden mit Zurückhaltung und einem gesunden Sinn und Züchtigkeit, nicht in Flechtwerk oder Gold oder Perlen oder kostspieliger Kleidung …“

        B:  Alle sollen beten.  V. 1-7

            1:  Das Gebet ist vorrangig.  V. 1

„Vor allem lege ich dir nahe …“

            2:  Wie man beten soll  V. 1M

„Lass Flehen, Gebete, Fürbitten und Dank dargebracht werden …“

            3:  Für wen gebetet werden soll  V. 1E.2A

„… für alle Menschen, für Könige und alle, die in höherer Stellung sind …“

            4:  Wofür gebetet werden soll  V. 2M

„… damit wir ein ruhiges und stilles Leben in aller rechten Ehrfurcht und Ehrbarkeit führen mögen …“
Ruhige Zeiten sind wertvoll vor Gott, wertvoll, um zur Ehre Gottes zu leben und nicht für uns selbst, wertvoll zur Rettung von Menschen.

            5:  Warum gebetet werden soll  V. 3-7

                a:  Eine kurze Antwort  V. 3A

„… denn solches ist 1.) edel und 2.) angenehm vor Gott …“

                    .  Was ist hier edel und wertvoll?

Das Beten für alle Menschen, im Besonderen für Obrigkeiten, auch damit wir ein stilles Leben führen können. Diese zwei Dinge sind wertvoll für Gott und angenehm vor ihm. Diese sollen uns am Herzen liegen: Gebet und ein wertvolles Leben.

                    .  Was ist angenehm vor Gott? Was ist das Ziel unseres Lebens? 

Gott zu gefallen! Wenn wir wissen wollen, wozu wir da sind, so machen wir doch einmal eine Liste von dem, das Gott gefällt. Dazu sind wir da.
Jesus sagte: „Ich bin gekommen, den Willen meines Vaters zu tun“, ihm Freude zu machen. Vgl Jh 5,30; 6,38; Heb 10,7.
Und der Vater bekannte: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“
Der tat seinen Willen. Auch wir sind dazu da, Gott Freude zu machen. Das ist die Frucht in Jh 15, die er von uns erwartet.
Es gibt immer wieder solche, denen es im Gottesdienst nicht gefällt. Sie sagen sich, sie gehen wo anders hin, damit sie bekommen, was sie brauchen. Wozu aber versammelt sich Gemeinde? Zum Gottesdienst!
„Gottesdienst“ heißt in der Heiligen Schrift zu allererst: vor Gott zu stehen und ihn zu verehren, ihn zu respektieren, ihm seine Anerkennung zu bringen, an ihm Freude zu haben. Und das tut man zu allererst im Gebet, wie Paulus hier andeutet. Wir kommen also zusammen, nicht nur, um zu empfangen, sondern um unserem Herrn das ihm Gebührende zu bringen.

                b:  Eine Erklärung  V. 3E.4

„… vor Gott, unserem Retter, der will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen …“
Gott wird hier wiederum als Rettergott vorgestellt.
Warum soll man für alle Menschen beten? – damit sie gerettet werden, denn wir haben es bei dem Gott, zu dem wir beten, mit einem Rettergott zu tun.
Wozu sollen wir für ruhige Zeiten beten? Erstens: damit wir ein wertvolles Leben vor Gott führen können, und zweitens: damit Rettung stattfinden kann, denn in Zeiten des Aufruhrs und des Krieges ist es schwer zu evangelisieren. Das heißt, wir sollen für Könige beten und für Regierungsbeamte, damit es im Lande so zugeht, dass das Evangelium verkündet werden kann und Menschen gerettet werden können. Gott will, dass alle gerettet werden, nicht nur einige. Gott will nicht, dass jemand verloren gehe, sondern dass alle Menschen gerettet werden und zu der Erkenntnis der Wahrheit kommen.

                c:  Eine Begründung  V. 5.6

„… denn es ist ein Gott und ein Mittler Gottes und der Menschen, ein Mensch, Christus Jesus, der sich selbst als stellvertretendes Lösegeld für alle gab – das Zeugnis zu seinen Zeiten …“

                    .  „Mittler ... der Menschen“

Gemeint sind alle Menschen. Es ist ein Gott, und es ist ein Mittler für alle. Gott will sie retten. Deshalb sollen sie die Botschaft hören.

                    .  „es ist ... ein Mittler“

Der Mittler ist Gott, der Mensch wurde, ein Gott-Mensch, der in die Bresche trat, die von Gott für den Menschen verhängte Todesstrafe auf sich nahm, anschließend aber wieder zum Leben erstand. Wir glauben nämlich an die leibliche Auferstehung Jesu Christi, dass heute ein Mensch, der Gott ist und zugleich Mensch, zwischen Gott und den Menschen Mittler ist. Wir glauben, dass ein „Menschensohn“ wiederkommen und herrschen wird. Jesus Christus, der immer Gott war, ist Mensch geworden und wird in Ewigkeit auch Mensch bleiben. Sein Körper hat jetzt eine andere Qualität als die, die er hatte, als er starb, aber er behält ihn, den Leib, behält die Nägelmale.
Beachten wir, dass hier „Christus Jesus“ steht. Das heißt, der Name seiner Erniedrigung kommt an zweiter Stelle. Er ist Mensch, aber er ist der Messias, der von Gott Erwählte, der Gott-Mensch.

                    .  „Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab“

Für wen? Für alle. Hier hat sich sogar der tüchtige, fromme und eifrige Spurgeon geirrt. Diese Verse sind viel zu klar. Selbst Calvin – man kann ja calvinistischer sein als Calvin – sagt zu 1Jh 2,2: Jesus ist der Fürsprecher für alle Menschen, für die ganze Welt. „Spurgeon, wie ihn keiner kannte“, eine neuere Biographie verfasst von Iain Murray, ist u.a. ein Plädoyer dafür, dass Jesus nur für die Gemeinde starb. Charles Spurgeon vertrat diese Lehre tatsächlich. Nur war er vernünftig genug und kannte seine Bibel gut genug, um das Evangelium dadurch nicht einzugrenzen, sondern er hat es allen gesagt. Und er konnte es wirklich in rechter Weise sagen.
Aber sogar andere Calvinisten sagen, dass das Kreuz im Grunde ursprünglich für alle genug war, während sie behaupten, dass Jesus nur für die Gläubigen starb. Wenn aber das Kreuz für alle genug war, Jesus Christus jedoch nur für die Gläubigen starb, was ist dann der Unterschied zu der Aussage: Jesus starb für alle Menschen, bzw gab sich selbst als Lösegeld für alle?
Wirksam ist Jesu Tod nur für die Gläubigen. Nur diejenigen, die im Glauben zu Christus kommen, werden gerettet. Aber er starb, damit alle gerettet werden könnten.

                    .  „das Zeugnis zu seinen Zeiten“

Dieses Wort, dass er sich als Lösegeld gab, ist ein Zeugnis. Es ist das, was jemand sagt, der bereit ist, dafür mit seinem Leben einzustehen, der die Wahrheit bezeugt. Es soll bezeugt werden: Jesus ist in den Tod gegangen für die Wahrheit der Liebe Gottes. Und auch wir sollen bereit sein, dieses Zeugnisses wegen in den Tod hineinzugehen.

                    .  „zu seinen geeigneten Zeiten“ oder, wörtlicher: „in eigenen richtigen Zeiten“

Vgl Tt 1,3: „… er offenbarte sein Wort zu seinen rechten Zeiten …“
Zu einem bestimmten Zeitpunkt kam Jesus in die Welt, starb, und nun kann zu einem bestimmten Zeitpunkt das Zeugnis verkündet werden. Das ist der Heilsplan Gottes in den bestimmten Zeiten.
2Kr 6,2: „Jetzt ist die Zeit des Heils.“
Die Mehrzahl „Zeiten“ bezieht sich auf den Zeitpunkt des Kommens Jesu in die Welt (Ga 4,4: „als die Zeit erfüllt war“) sowie auf die jetzige Zeit, in der dieses Evangelium bezeugt wird. Jetzt ist Jesus als Messias gekommen. Jetzt soll der Messias bezeugt werden.

                    .  Alles dieses begründet die Aufforderung des Apostels an die Gemeinde zum Gebet für alle Menschen.

                d:  Die Verantwortung

V. 7: „… zu dem ich bestimmt wurde als Verkünder und Apostel (ich sage die Wahrheit in Christus – ich lüge nicht), als Lehrer derer, die von den Völkern sind, in Glauben und Wahrheit.“

                    .  „derer, die von den Völkern sind“: nicht: „Nationen“, eine irreführende Übersetzung des griechischen Wortes ethnee

                    .  „Ich lüge nicht“ betont die Aussage. Sie ist also wichtig. Es geht wohl um die Qualität seiner Apostelschaft. Er schreibt nicht nur für Timotheus, sondern auch für die, die Timotheus hören sollen, weil sie auf Paulus hören sollen, und dieses wiederum weil Paulus das sagt, was Jesus aufträgt. Deshalb muss der Apostel hier seinen Worten Nachdruck verleihen. Er sagt: Diese Botschaft muss rein bleiben, dass Jesus Gottes Sohn ist, der in die Welt gekommen ist. Das Evangelium darf nicht verändert werden. Es hat so zu bleiben. Hierauf wird Nachdruck gelegt. 
Er selbst – Paulus – ist ja ein Bezeugender, wie beim Gericht. Evangeliumsverkündigung ist in einem gewissen Sinne ein Rufen Gottes zum Gericht. Das heißt, Menschen müssen vor Gott gestellt werden. Der Heilige Geist überführt sie. Wie im Gericht der Richter den Schuldigen überführt, so soll der Heilige Geist von Gott abgefallene Menschen überführen von Sünde, Gerechtigkeit, Gericht. Vgl Jh 16,8. Das Evangelium muss in bezeugender und überzeugender Weise verkündet werden. Deshalb predigen wir anders, als wenn wir nur trockenes Wissen vorlesen.

                    .  Exkurs über den Ernst des Gotteswortes 

Es ist nicht gut, dass während Gottes Wort in versammelter Gemeinde gelesen wird noch anderes gemacht wird. Es ist besser, wenn in der Gemeinde ein Bibeltext vom Redner zum Lesen vorgeschlagen wird, er aber nicht wartet, bis ihn alle aufgeschlagen haben, dass die in der Versammlung nicht aufschlagen, sondern nur still zuhören. Es ist wichtiger, hinzuhören als den Text noch aufzuschlagen. Wir müssen auch lernen, hinzuhören ohne mitzulesen.
Und wenn Christen aus irgendwelchen Gründen zu spät zur Versammlung erscheinen, sollten sie, wenn gerade gebetet oder Gottes Wort gelesen wird, an der Tür stehen bleiben und warten, denn jetzt hat man es mit Gott zu tun. Wenn gesungen oder gesprochen wird, kann man leise hineingehen und sich setzen, ohne jedoch jemanden zu grüßen. Christen sollten sich dessen bewusst werden, was im Raum geschieht. Das ist geistliche Realität. Viele Christen schlafen, sind nicht realitätsbezogen. Leider ist diese Welt, das Vordergründige, ihre Realität, anstatt die geistliche Welt der versammelten Gemeinde.

                    .  Die Sprache, die Paulus im 1. Timotheusbrief führt, ist eine entschiedene. 

Möglicherweise haben wir in der Apg 21, ab V. 27, eine Erklärung dafür: „Als aber die sieben Tage zu Ende gingen, brachten die Juden aus [der Provinz] Asien [vielleicht aus Ephesus selbst, wo Paulus lange gelehrt hatte und ganz Asien innerhalb einiger Jahre das Evangelium hörte; die Juden aus Asien sind also dagegen, dass Paulus einen jüdischen Messias den Nichtisraeliten anbietet] das ganze Volk in Aufruhr und legten Hand an ihn und schrieen …“
Als Paulus dem Timotheus schrieb, war dieser in Ephesus. Timotheus ist nicht der mutigste Typ. Paulus will ihm Mut machen: ‚Der jüdische Messias Jesus hat mich zum Apostel gewählt, hat mich gerufen, gesandt über die Grenzen des jüdischen Volkes hinaus. Das sollst du wissen. Das haben nicht wir beide erdacht. Das hat der jüdische Messias so gesagt. Bleibe daher mutig. Bleibe dabei, dieses Evangelium weiterzusagen – nicht nur im Raum Israels, sondern darüber hinaus.’

        C:  Ein Wort für die gläubigen Männer  V. 8

„Ich will also, dass die Männer an jedem Ort beten, dabei heilige Hände aufheben ohne Zorn und Zweifel …“

            1:  „an jedem Ort“ 

Dieses deutet darauf hin, dass Timotheus es wohl mit mehreren Gemeinden in der Region zu tun hat, ein Hinweis, dass er nicht Gemeindeleiter ist, sondern Apostel bzw Missionar, wie Paulus, den er ja vertritt.

            2:  Paulus hat eine Bitte im Blick auf das Vorangehende.

„Ich will also …“

            3:  Die Bitte scheint zwei Probleme anzusprechen.

                a:  Männer neigen nicht so schnell zum Beten.

                b:  Ein zweites Problem: Männer haben leicht unheilige Hände beim Beten,

                    .  unheilige Hände wegen Zorn,
                    .  unheilige Hände wegen Zweifel.

        D:  Ein Wort für die gläubigen Frauen  V. 9-15

            1:  Über ihr Aussehen  V. 9.10

„Ebenso auch will ich, dass die Frauen sich selbst in schicklichem Gewand schmücken, verbunden mit Zurückhaltung und einem gesunden Sinn und Züchtigkeit, nicht in Flechtwerk oder Gold oder Perlen oder kostspieliger Kleidung, sondern mit dem, was Frauen ziemt, die sich in guten Werken zur Gottesfurcht bekennen.“

                .  „Ebenso“ heißt: ‚Genauso, wie ich Anforderungen an die Männer habe, habe ich einige an die Schwestern.’
                .  „... ich will, dass die Frauen sich selbst in schicklichem Gewand schmücken ...“

Gott hat die Frau so geschaffen, dass sie schön sein will. Dieses Schöpfungsbedürfnis unterstützt der Apostel. Wenige Frauen sehen heute noch schön aus in der Kleidung, die sie wählen.
. Drei Richtlinien werden den Frauen für ihre Kleidung gegeben, die zeigen, was „schicklich“ ist:
– Ihr Bekleiden soll sein „verbunden mit Zurückhaltung und einem gesunden Sinn und Züchtigkeit“. Hier ist die ganze Gemeinde gefordert zu wissen, was das heißt. Der Apostel setzt voraus, dass Christen, die eingetaucht sind in die Welt der Heiligen Schrift, es eigentlich verstehen werden.
– Die zweite Richtlinie für das „schickliche Gewand“: „nicht in Flechtwerk oder Gold oder Perlen oder kostspieliger Kleidung“.
Dass dieses nicht jeglichen Schmuck verbietet, macht der Apostel Petrus klar, wenn er ähnliches ausspricht (1P 3,1-6): „… die Frauen sollen“ eine „in Furcht geführte reine Lebensführung“ aufweisen, 3 „deren Schmuck nicht der äußere sei – Haarflechten und Goldumhängen oder Kleideranziehen –, 4 sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem Unverderblichen des sanften und stillen Geistes, der vor Gott von hohem Wert ist; 5 denn so schmückten sich auch einst die heiligen Frauen, die auf Gott hofften und sich den eigenen Männern unterordneten, 6 wie Sara …“ Wenn christliche Frauen sich nun Sara und ihre Schwiegertochter Rebecka zum Vorbild nehmen sollen, dann werden sie die alttestamentlichen Texte aufschlagen, um zu lernen, was das heißt, und erfahren, dass diese Frauen Schmuck trugen. Es geht also nicht um das Ablegen jeglichen Schmucks, sondern darum, dass man mit dem Aussehen offenbart, wo die Gedanken sind, was einem wichtig ist.
– Die dritte Richtlinie fürs Schmücken: „… ich will, dass die Frauen sich … schmücken … mit dem, was Frauen ziemt, die sich in guten Werken zur Gottesfurcht bekennen.“ Wieder setzt der Apostel voraus, dass Frauen, die vom Wort des Heils geprägt sind, ein Gespür dafür haben, was sich „ziemt“.

            2:  Über ihre Tätigkeit  V. 11-15

                a:  Einige Verordnungen  V. 11.12

„Eine Frau lerne,
. lerne in Stille,
. lerne in aller Unterordnung.
. Einer Frau gestatte ich nicht zu lehren
. noch über den Mann zu bestimmen,
. sondern in der Stille zu sein …“
In der Sache des Evangeliums steht der Mann eher als die Frau im Vordergrund, die Frau eher als der Mann in der Stille. Und beides ist der Fortpflanzung des Volkes Gottes förderlich. Von der geistlichen Fortpflanzung war in K. 1 die Rede. Von der anderen wird in V. 15 die Rede sein.

                b:  Einige Begründungen  V. 13.14

Die Begründungen der Verordnungen für die Frauen werden der Anfangsgeschichte der Menschheit entnommen, die erste Begründung der Schöpfungsordnung, die zweite der Geschichte des Sündenfalls.

                    I:. „Adam wurde zuerst gebildet.“  V. 13

„… denn Adam wurde zuerst gebildet [oder: geformt], danach Eva …“

                    II:. „Die Frau wurde betrogen.“  V. 14

„… und Adam wurde nicht betrogen, aber die Frau, gänzlich betrogen, ist in Übertretung gekommen.“

Es fällt zweierlei auf:
. Nur Adam wird mit Namen genannt. An Stelle des Namens ‚Eva’ steht „die Frau“. Eva als weibliches Wesen wird betrogen, in ihr die Frau als solche.
. Mit der Erwähnung der Übertretung ändert sich die Zeitform in die vollendete Gegenwart, was bedeutet: Was Eva tat, hat Folgen bis in die Gegenwart.

                c:  Eine Zusage  V. 15

„Sie wird aber bewahrt und gerettet werden im Gebären, wenn sie bleiben in Glauben und Liebe und Heiligung, verbunden mit einem gesunden Sinn und Züchtigkeit.“

                    I:. Zum Wortlaut

                        A:. Die Zeitform im Hauptsatz

Während V. 14 mit der Vergangenheitsform begann und mit der vollendeten Gegenwart, die bis in die Gegenwart wirkt, endete, beherrscht V. 15 die Zukunftsform. Es geht also nicht mehr um Eva selbst.

                        B:. Der Begriff „Gebären“

Das zugrunde liegende griechische Wort ist aus zwei Wörtern gebildet und bedeutet eigentlich: das Werdenlassen eines Geborenen. In der Schrift kommt es noch einmal vor u.z. als Tätigkeitswort in 5,14. Dort wird es von jungen Witwen gebraucht. Folglich kann man es nicht auf die einmalige Jungfrauengeburt, bzw die Menschwerdung Gottes, beschränken. In außerbiblischen griechischen Schriften wird es, wie in 5,14, im Sinne von „Gebären“ gebraucht, auch bei Tieren. Der Teil des Wortes, der ‚Geborenes’ bedeutet, steht in der Einzahl und wäre bei Menschen ‚ein Kind’, bei Tieren ‚ein Junges’.
Der Bezug in diesem Text auf den Messias ist von Auslegern wiederholt vorgenommen worden, wirkt jedoch etwas willkürlich. Er bleibt höchstens eine Vermutung.
Das griechische Wort gleichzusetzen mit ‚Kindererziehen’, ist unbegründet, legt eine Bedeutung in das Wort, die es nicht hat.

                        C:. Die Fürwörter

                            1:. Das erste Fürwort 

Das Wort „Sie“ in der Einzahl nimmt Bezug auf „die Frau“ in V. 14, die Frau als solche. Sie erfährt eine Zusage für ihre Zukunft.

                            2:. Das zweite Fürwort

Das Wort „sie“ in der Mehrzahl ist nicht so einfach.

                                .  Bezieht es sich etwa auf ‚die Kinder’ der erwähnten „Frau“?

In einigen Übersetzungen liegt dieser Gedanke nahe. Da es sich in diesem Zusammenhang bei dem weiblichen Wesen, das gebiert, um einen Menschen handelt, um eine Frau, könnte man das Wort für „Gebären“ mit „Kindgebären“ übersetzen. Aber das sagt man im Deutschen nicht, sondern man gebraucht die Mehrzahl: „Kindergebären“, lieber noch (getrennt): „Kinder gebären“. Dadurch wird jedoch der Sinn des Textes verändert: Zum Einen wird die Verheißung dann nur gültig, wenn mehr als ein Kind da ist; zum Zweiten verschiebt sich die Betonung, die auf dem „Gebären“ liegt, auf die „Kinder“.
Zudem entsteht durch den Bezug auf die Kinder ein Widerspruch zur Schrift, die nicht lehrt, dass eine Mutter „gerettet“ wird, wenn ihre Kinder „bleiben in Glauben und Liebe und Heiligung, verbunden mit einem gesunden Sinn und Züchtigkeit.“
Das Wort „Kinder“ fehlt im Grundtext. Bei dem entsprechenden Wort geht es um das „Gebären“, „das Gebären eines Kindes (Einzahl)“, ob lebendig oder tot.

                                .  Bezieht es sich vielleicht auf ‚den Ehemann und die erwähnte Frau’ als Eheleute? Auch in diesem Fall würde die Verheißung über die Schrift hinausgehen.

                                .  Bezieht sich das „sie“ auf eine Mehrzahl von Frauen? Das dürfte das Wahrscheinlichste sein. Allerdings befremdet dieser Gedanke zunächst, weil man in dem Fall die Einzahl erwartet. Doch ist einiges zu bedenken. Erstens ist es in der Schrift keine Seltenheit, die Bezugsperson bzw die Zahl ohne Vorwarnung zu wechseln. Das verlangt dem Leser einiges an Bemühen ab, den Zusammenhang herzustellen, aber das Arbeiten, auch beim Lesen, ist kein großer Schaden. Zweitens ist daran zu erinnern, dass der Apostel im Zusammenhang tatsächlich von einer Mehrzahl von Frauen gesprochen hat. Nur vorübergehend verwendete er die Einzahl, als er von der Eva und der Frau im Allgemeinen sprach. Das Recht, unvermittelt zur Mehrzahl zurückzukehren, müssen wir ihm schon einräumen. Drittens bleiben Verheißung und Bedingung bei derselben Person, was für den Leser eine große Erleichterung ist. Die Verheißung des Verses gilt einzelnen Frauen, denen, die die Bedingungen erfüllen.
Alles wird dadurch jedoch noch nicht deutlich. Es bleibt einiges zu klären.    

                        D:. Der Ausdruck „bewahrt und gerettet“

Zu Grunde liegt ein griechisches Wort, das ‚helfen’, ‚bewahren’, ‚retten’ bedeuten kann. Um welche Hilfe bzw Rettung es geht, muss aus dem Zusammenhang gewonnen werden. Wollen wir also „gerettet werden“ übersetzen, haben wir zu fragen: Wovon soll gerettet werden?

                        E:. Die Präposition vor „Gebären“

Das griechische Wort kann mit „durch“ übersetzt werden, was im Deutschen jedoch bald an ein Mittel denken lässt, das dann folgt. Dem muss hier aber nicht so sein. Es scheint um eine Lage zu gehen, durch die es ‚hindurch’ geht. Im Deutschen kann man dann die Präposition mit „bei“ wiedergeben oder „in“ oder „durch … hindurch“.
In diesem Fall würde der Text übersetzt so lauten: „Sie wird aber bewahrt und gerettet werden durch Gebären hindurch [oder: im/beim Gebären]“.
Wir haben eine genaue Parallele in 1Kr 3,15: „durch Feuer hindurch“.
„Gebären“ war der Raum, in welchem in Eden das Los der Frau erschwert wurde (1M 3,16). Es ist aber auch der Raum, in dem ihr Leben gespendet werden kann und sie Hilfe erfahren darf. Nicht ist Gebären ein Mittel zu Gunst bei Gott.

                    II:. Zur Bedingung der Zusage  V. 15M

„… wenn sie bleiben in Glauben und Liebe und Heiligung, verbunden mit einem gesunden Sinn und Züchtigkeit.“

‚Glaube’ und ‚Liebe’ gehen öfter Hand in Hand. Sie sind die Kardinaltugenden des Christen. ‚Glaube’ ist der Schlüssel der Bezeihung zu Gott, ‚Liebe’ das Wesen. Sind diese gesund, so können sie zu ‚Heiligung’ des Lebens führen, in diesem Fall der gläubigen verheirateten Frau.

                    III:. Und der Rettungszusammenhang?

Die Verse 11-15 gehören zusammen: „Eine Frau lerne in Stille in aller Unterordnung; 12 einer Frau erlaube ich nicht zu lehren noch über den Mann zu bestimmen, sondern [sie hat] in der Stille zu sein; 13 denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva, 14 und Adam wurde nicht betrogen, aber die Frau, gänzlich betrogen, ist in Übertretung gekommen. 15 Sie wird aber bewahrt und gerettet werden im Gebären, wenn sie bleiben in Glauben und Liebe und Heiligung, verbunden mit einem gesunden Sinn und Züchtigkeit.“

Verse 11.12 sind Verordnungen, Verse 13.14 ihre Begründungen. Diese gehen zurück auf den Anfang der Menschheitsgeschichte, zuerst auf die Erschaffung des Menschen, dann auf seinen baldigen Abfall von Gott, zu dem die Frau Entscheidendes beigetragen hatte. Als unfähig, der Gesellschaft den Weg zu weisen, hatte sie sich erwiesen. Dazu war sie auch nicht erschaffen worden, sondern als „Gehilfin“. In diese Aufgabe weist sie auch das Evangelium. Der Hinweis auf die Anfänge erinnert auch an die Gottesworte nach dem Fall, die der Frau – nebst dem Manne – einige Grenzen brachten:
1M 3,16: „Ich werde dir viele Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst. Du wirst mit Schmerzen Kinder gebären. Und dein Verlangen wird nach deinem Mann sein. Und er wird dein Herr sein.“
Im Blick hierauf ist V. 15 eine hinzugefügte Zusage. Die Frau unter dem Evangelium hat eine besondere Verheißung in ihrem von Gott in Eden verordneten schweren Los. Sie muss darunter nicht zugrunde gehen, sondern kann, u.z. in jeder Hinsicht, „bewahrt und gerettet werden“, d.h., muss dabei keinen geistlichen Schaden leiden, wenn sie sonst auf ihre Beziehung zum Herrn die nötige Acht gibt.
Die Hilfe, die Gott im Schreiben des Apostels an Timotheus ansagt, dürfte vorgeschattet sein in derjenigen, die Eva selbst bei ihrer ersten Geburt bereits erlebte (1M 4,1): „Und der Mensch erkannte Eva, seine Frau, und sie wurde schwanger und gebar Kain, und sie sagte: ‚Ich habe einen Mann erworben mit dem HErrn.’“
Ob Mann oder Frau: Keine Last, die Gott auferlegt, muss uns erdrücken. Sie ist vielmehr ein Bewahrungsmittel und will uns in der Nähe dessen halten, der allein unser Leben erhalten kann.

        E:  Ein Zitat mit Durchblick

In seinen Vorbemerkungen zur Besprechung der Verse 8-15 beschreibt Prof. J. T. Beck die Zeit, in die der Apostel Paulus dieses Wort an seinen jungen Nachfolger hineinlegt. Fast hätte er unsere heutige Zeit geschildert. Die kurzsichtige Gemeinde von Heute verschönert ihren Abfall als Toleranz gegenüber Veränderung. Im Gegensatz dazu zeigt Beck, wie die Lebensweise des Evangeliums, die Paulus in seinen Briefen mit einer Unzweideutigkeit fordert, Neubekehrten in der damaligen Kultur eine neue Zukunft eröffnet. Becks Worte wollen mit einem aufmerksamen Sinn gelesen werden.
„Von den Objecten des Gebets (V. 1ff) wendet sich nun der Apostel (V. 8-15) zu den betenden Subjecten [HJ: von den Gebetsanliegen zu den Betern], wobei er namentlich das Verhältnis der beiden Geschlechter in gottesdienstlicher Beziehung würdigt. Im Heidentum – und auch im damaligen Judentum – war das Geschlechtsverhältnis gerade vielfach zerrüttet. Es galt nun, dasselbe dem neuen Geist entsprechend zu ordnen; und indem dies hier dem Zusammenhang gemäss an die gottesdienstlichen Beziehungen anknüpft, sollte von diesen aus als der Pflanzschule des christlichen Lebens auch die häusliche Stellung von Mann und Weib in den richtigen Gesichtspunkt gebracht werden. Daher greifen dann auch, namentlich von V. 12 an (Vgl V. 13.), die Bestimmungen in das häusliche Leben hinein.
Solche Ordnungen galt es besonders in üppigen Handelsstrichen [HJ: zu erwähnen], wozu die kleinasiatischen und griechischen Küstenländer gehörten (Vgl 1Kr 11.). Da herrschte ein lockeres und laxes Verhältnis zwischen männlichem und weiblichem Geschlecht, was auch in gottesdienstlichen Missbräuchen zum Theil grell zu Tage kam und so auch noch in gottesdienstlichen Versammlungen der Christen nachwirken musste (Vgl abermals 1Kr 11.). Die geistige Würde insbesondere, in welcher das weibliche Geschlecht mit dem männlichen auf einmal durch das Christenthum sich gleichgestellt fand, konnte von dem ersteren leicht missbraucht werden zu einem die Naturgesetze der Weiblichkeit vergessenden Benehmen. Und jederzeit macht sich beim weiblichen Geschlecht ein neu erwachtes Gefühl der eigenen Bedeutsamkeit am gernsten eben durch das geltend, worauf V. 9-15 reflectiert, theils durch putzsüchtiges und redseliges Hervordrängen im öffentlichen Leben, theils im häuslichen Leben durch eine Selbstständigkeitssucht, womit sich das Weib über das natürliche Verhältnis zu Mann und Kindern wegsetzen will. Beides aber ist eine dem Ordnungsgeist des Christenthums zuwider laufende Unordnung. Nach diesen Seiten hin regelt dann der Apostel das Geschlechtsverhältniss.“

    III:  Worte für die Verantwortlichen  K. 3

In diesem K. haben wir drei Abschnitte für Verantwortliche im Reiche Gottes. Der erste betrifft die Leitung der Gemeinde am Ort, der zweite die Diakonie, der dritte den Missionar.

        A:  Ein Wort über den Aufseher in der Gemeinde  V. 1-7

            1:  Die Bezeichnung

Für die Gemeindeleitung am Ort kennt die Schrift vier Bezeichnungen: Aufseher, Ältester (eig: Älterer), Hirte, Lehrer (wobei bemerkt sei, dass nicht alle Lehrer in der Schrift Älteste waren).

            2:  Das Begehren  V. 1

„Treu ist das Wort: Wenn jemand sich nach einer Aufseherschaft ausstreckt [„Wer das Amt begehrt, ‚begehrt’ das Werk.“], verlangt ihn nach einer edlen Wirksamkeit.“

            3:  Die Bedingungen  V. 2

                .  „Der Aufseher hat also untadelig zu sein“

Er soll „untadelig“ sein.
Warum? „also“: weil die Arbeit eines Aufsehers eine „edle Wirksamkeit “, eine „vortreffliche Tätigkeit“ ist.
Weil der Aufseher auch ein Ältester ist und darum ein Vorbild für andere.

                .  „Mann einer Frau“ 

Was wollte der Apostel hiermit sagen?
– Nicht, dass jeder Hirte verheiratet sein müsse.
¬- Nicht, dass ein verwitweter Hirte nicht mehr heiraten dürfe.
Erstens dürfte er, streng genommen, in einem solchen Fall überhaupt nicht mehr Hirte sein, denn er wäre ja unverheiratet
Paulus wendet sich gegen das Konkubinat, die unrechtmäßige Ehescheidung und die Vielweiberei.
„Allerdings ist es eine falsche Auffassung, wenn die griechische Kirche die Stelle so [auffasst], als wolle der Apostel, daß jeder Geistliche verheiratet sei.“ – von Gerlach, bei Dächsel
Dass Paulus davon ausgeht, dass ein Aufseher verheiratet sein werde, ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass die Ehe auch im Heilszeitalter das Übliche war, die Ehelosigkeit, wenn auch, wie die Ehe, eine Gnadengabe, so doch eine Seltenheit.
Möglich ist auch, dass der Text dazu „eine Hindeutung“ enthält, wie v. Gerlach im Weiteren schreibt, „daß der Apostel es besser fand, wenn ein [Aufseher] verheiratet war, damit die geistliche Leitung der Seinigen ihm eine Vorschule für sein Amt gewesen wäre und ferner bleiben möchte und er aus eigener Erfahrung die wichtigsten Lebensverhältnisse kennen lernte.“
Wollte man darauf bestehen, dass ein Ältester unbedingt verheiratet sei und mindestens zwei einigermassen verantwortliche Kinder habe, wäre zu fragen, ob er dann sofort zurückzutreten habe, falls der Tod ihm die Frau bzw eines der zwei Kinder nehme.
Übrigens ist die stille Voraussetzung in den Texten der Schrift keine Seltenheit. Die Gemeinde Jesu hat denn auch normalerweise den vorliegenden Text so aufgefasst: „Der Aufseher sollte also (im Falle, dass er verheiratet ist und bereits heranwachsende Kinder hat) …
. nüchtern sein,
. gesunden Sinnes und züchtig [beherrscht von einem gesunden Verstand, ‚vernünftig’, realistisch, auch in Bezug auf die Selbsteinschätzung],
. sittsam,
. gastfrei,
. geschickt zum Lehren,
. nicht einer, der sich lange beim Wein aufhält [wegen der starken Verdünnung brauchte es eine längere Zeit, bis man ‚benebelt’ war],
. nicht ein Schläger [weder mit Händen noch mit Worten],
. nicht auf schändlichen Vorteil aus [nicht nur in Form von Geld],
. sondern gelinde,
. nicht streitsüchtig,
. frei von der Liebe zum Geld,
. einer, der dem eigenen Hause wohl vorsteht, der seine Kinder mit aller Würde in Unterordnung hält (wenn jemand dem eigenen Hause nicht vorzustehen weiß, wie wird er für eine Gemeinde Gottes sorgen?),
. nicht ein [relativ] Neubekehrter, damit er nicht, weil er aufgeblasen wurde, in das Urteil des Teufels falle.
. Er soll aber auch ein gutes Zeugnis von den Außenstehenden haben, damit er nicht in Schmach falle und in die Schlinge des Teufels.“

        B:  Ein Wort über die Gehilfen  V. 8-13

            1:  Einleitendes

Die Gemeindediakonie hatte die Aufsicht über irdische Angelegenheiten der Gemeinde, einschließlich der Finanzen. Ihre Diakonen unterstanden den Aufsehern.
Es gelten ähnliche Voraussetzungen wie für die Aufseher; sie sind aber zum Teil dem speziellen Dienst angepasst.

            2:  Voraussetzungen für die Diakonen  V. 8.9

„Ebenso [gibt es Voraussetzungen für] die Diakonen:
. Sie sollen ehrbar sein,
. nicht doppelzüngig [eine Gefahr beim Umgang mit einer Vielzahl von Personen; in einem Hause hört man dieses, in einem anderen anderes …],
. nicht vielem Weingenuss ergeben,
. nicht auf schändlichen Vorteil aus [mehr als „gewinnsüchtig“; eine wichtige Voraussetzung für einen, der mit irdischen Gütern umgeht];
. sie sollen das Geheimnis des Glaubens in reinem Gewissen bewahren.“

            3:  Über das Einsetzen der Diakonen  V. 10

„Und diese soll man zuerst prüfen. Dann mögen sie dienen, wenn sie unanklagbar sind.“

            4:  Über „die Frauen“  V. 11

„Ebenso sollen die Frauen ehrbar sein, nicht Verleumderinnen, nüchtern, treu in allem.“
Wer sind sie?

                a:  Es ist hier wohl nicht an jede erwachsene Christin zu denken.

Aus welchem Grunde?
Die Verse 1-13 behandeln als solche die Voraussetzungen von zwei Gemeindediensten besonderer Art. Es darf erwartet werden, dass V. 11 zu diesem Thema gehört.

                b:  Sind sie die Frauen der Aufseher und der Diakonen?

Das heißt: Bezieht sich V. 11 auf die Gemahlen der Männer, deren Dienste bis dahin besprochen wurden?
Da V. 11 in der Mitte eines Textes über männliche Diakonen steht, ist es unwahrscheinlich, dass es sich um Frauen der Ältesten handelt. Die Frauen der Diakonen wären nicht ausgeschlossen.

                c:  Sind sie speziell die Frauen der Diakonen?

                    .  Über den Text hinaus geht zwar die Forderung, es handle sich hier um solche, nicht aber um die Vorstellung dieser Möglichkeit. Letzteres bedeutet nicht eine Überforderung des Textes (gegen House).
                    .  Ist es aber nicht unverständlich, dass Paulus zwar die Frauen der Diakonen besprechen würde und nicht die der Aufseher?
Keineswegs, da die Frau ja nicht Aufseherdienste übernehmen darf, diakonische Dienste aber wohl.
                    .  Oosterzee und Knoke (bei Lange) schließen allerdings diese Lösung aus, sagen sogar, wenn Frauen der Diakonen speziell gemeint wären, müsste „ihre“ stehen.
                    .  House und Hurley (von Kent übernommen?) weisen auf die Wortwahl günaikas hin. Nach den Ausführungen der Verse 8-10 hätte Paulus vor, von weiblichen Personen zu schreiben. Wären nun diese nur Frauen der Diakonen, so hätte er „ihre“ schreiben können. Er scheine aber diese nicht sonderlich im Sinn gehabt zu haben, auf jeden Fall sich nicht auf sie beschränkt haben zu wollen, und da diakonos keine weibliche Form kannte, habe er mit dem Wort „Frauen“ spezifiziert.

                d:  Haben wir es hier mit einem dritten Gemeindeamt zu tun, einem der weiblichen Diakonie?

                    .  Die Tatsache, dass V. 11, parallel zu V. 8, vom dei in V. 2 abhängig ist, scheint dafür zu sprechen.
                    .  Dass der Artikel bei „Frauen“ und bei „Diakonen“ fehlt, könnte für eine Parallelität von Aufgaben bzw Verantwortung sprechen, müsste jedoch nicht.
                    .  Hoosautoos indiziert nicht immer eine Einleitung eines neuen Abschnittes. Siehe z.B. Mt 20,5; 21,30.36; 25,17; Mk 12,21; 14,31; Lk 13,3; 20,31; 22,20. Auch bei Paulus ist es nicht der Fall: Rm 8,26; 1Kr 11,25; 1Tm 5,25; Tt 2,3.
„Ebenso„/„Desgleichen“ macht also die „Frauen“ nicht notwendigerweise zu Amtsgenossinnen.
                    .  Rm 16,1 u. 1Kr 16,15 können nicht als eindeutige Beispiele herangezogen werden.
                    .  Hätten wir ein drittes Gemeindeamt, wäre die Behandlung nach V. 13 zu erwarten (so House).
                    .  Eine über Männer bestimmende Rolle wird in diesem Dienst schon garnicht in Frage kommen: 2,12.

                e:  Wahrscheinlich haben wir es mit anerkannten Helferinnen der Diakonen zu tun.

                    .  Wie schon gesagt, steht V. 11 in der Mitte eines Textes über männliche Diakonen. Wenn die erwähnten Frauen nicht in erster Linie als deren Ehefrauen zu betrachten sind, auch nicht als ein besonderes Amt weiblicher Diakonie, so können sie doch Frauen sein, die sich für den Gemeindehilfsdienst zur Verfügung stellen u.z. als Gehilfinnen der Diakonen.

                    .  Wenn v. Hofmann (bei Dächsel) meint: „Es verstand sich bei den Diakonissen von selbst, dass sie durch keine ehelichen und mütterlichen Pflichten gebunden waren“, so ist das unbegründet und eher als ein Rückprojezieren aus einer späteren Praxis zu verstehen.

                    .  An wen haben wir dann zu denken? 

Vielleicht waren sie Ledige (1Kr 7,31), vielleicht Witwen (evt einschließlich die von 5,9.10), vielleicht verheiratete Frauen, evt sogar Frauen von Diakonen.

                    .  Der Antrieb zu ihrer Dienstbereitschaft wird mit Wahrscheinlichkeit in einer Gnadengabe des Dienens/Helfens gelegen sein. Als Beispiele dienten ihnen womöglich Lk 8,1-3; 10,38-41; Jh 12,1.2; Ag 9,36; Rm 16,1.2; 1Kr 16,15.

            5:  Weitere Voraussetzungen, die die Familie betreffen  V. 12

                .  „Diakone sollen Männer [je] einer Frau sein, 
                .  Kindern und Haus wohl vorstehen ...“ 

            6:  Eine Zusage  V. 13

„… denn die, die wohl gedient haben, erwerben sich selbst eine edle Ehrenstufe und viel Freimütigkeit im Glauben, der in Christus Jesus ist.“
Welche Stufe ist gemeint?
Wir erfahren im Neuen Testament, dass man nicht in dem Dienst bleiben muss, in dem man sich gerade befindet. Zum Beispiel sind Philippus und Stephanus Helfer in praktischen Dingen in der Gemeinde in Jerusalem. Aber sie dürfen später evangelistischen Dienst tun. Sie gehen über diesen ihren ersten irdischen Dienst hinaus in den geistlichen der Verkündigung („geistlich“ im Gegensatz zu „irdisch“, nicht zu ‚ungeistlich’). Auch Timotheus ist zunächst ein praktischer Helfer, steigt aber dann auf von Verantwortung zu Verantwortung.
Wohl-gedient-Habende (natürlich auch gute Älteste, auch wenn sie hier nicht explizit erwähnt werden) erwerben sich Autorität und vermehrten Einfluss durch ihr Vorbild. Freimut im Reden kommt von gesundem Leben und gesunder Arbeit im Werk des Herrn. Ihr vorbildhaftes Wesen gibt ihnen Freimut, in der Ausübung ihres Dienstes kühn für Jesus Christus aufzutreten und für ihn und zu ihm zu sprechen. Es kann also auch an ein zuversichtliches Auftreten anderen Christen und Gott gegenüber gedacht werden.

        C:  Ein Wort für den Missionar  V. 14-16

Timotheus ist der lehrende Missionar.

            1:  Paulus liefert einige Erklärungen für sein Schreiben an ihn.  V. 14

„Solches schreibe ich dir in der Hoffnung, schneller [eine Betonung: sehr bald; mögl. ist aber auch: schneller als es im Moment möglich scheint] zu dir zu kommen, 15 falls ich aber verziehe, damit du weißt, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, welches die Gemeinde des lebenden Gottes ist [Wir dienen einem lebenden Gott, keinem toten Götzen.], Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit.“
Der zweite Teil von Vers 15 wird manchmal zu Vers 16 genommen, üblicherweise aber und besser zu Vers 15.
Die Säulen trugen zu alter Zeit das Dach. Sie waren die gesamte Stütze des Gebäudes. Die beiden Ausdrücke Säule und Stütze bedeuten wesentlich dasselbe. Die Gemeinde ist ein Pfeiler, eine Stütze der Wahrheit: Die Gemeinde ist das, was die Wahrheit fest aufrichtet und darstellt, schützt und verteidigt. Nicht nur Gott selbst ist der Garant für die Beständigkeit bzw den Fortbestand der Wahrheit, sondern auch die Gemeinde. (Indikativ, nicht Imperativ! Es ist eine Tatsache. Die Gemeinde garantiert tatsächlich die Beständigkeit der Wahrheit. Fiele die Gemeinde zusammen, so wäre das auch das Ende der Heilswahrheit. Aber sie kann nicht in Wegfall geraten. Mt 16,18).
Die Gemeinde muss daher auf das achten und das behüten, was die Apostel geschrieben haben, denn nur ihr wurde die Wahrheit anvertraut. (Die falschen Lehrer haben die Wahrheit verlassen: 6,5; 2Tim 2,18.19; 3,8; 4,4). „Wahrheit“ ist die Gottesbotschaft, im engeren Sinne das Evangelium, und das bekennen wir. Die Wahrheit ist ein Bekenntnis. Jeder in der Gemeinde, die Führung besonders, trägt die Verantwortung, ist aufgerufen, ein starker Pfeiler und Träger der Wahrheit zu sein – in der Gemeinde und in der Welt.
Was steckt hinter diesem vorbildlichen Handeln der Christen?

            2:  Es folgt ein kurzes Glaubensbekenntnis.  V. 16

„Und groß ist – das ist übereinstimmendes Bekenntnis – das Geheimnis der rechten Ehrfurcht: Gott wurde geoffenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von Boten, verkündet in den Völkern, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit.“

                .  Ausleger sprechen oft von Hymnen. Es kursieren in den Reihen der Gelehrten schriftliche Gerüchte, dass manche Bruchstücke in der Heiligen Schrift in Form von Liedern/Hymnen der Gemeinde übernommen wurden, auch an dieser Stelle. 
Es gibt aber m.E. keinen Grund für solche Annahmen. Man fragt sich, woher man das hat. Vergessen wir nicht, dass Wissenschaftler (auch biblische Wissenschaftler) manchmal mehr Philosophen als Wissenschaftler sind. Alle sind nur Menschen, die sich das eben so vorstellen, Menschen, denen man sozusagen über die Schulter zu schauen hat: „Was haben sie da geschrieben?“
Könnte Paulus das nicht auch selbst geschrieben haben? Es ist richtig, dass es poetische Stellen im Alten sowie im Neuen Testament gibt, aber warum kann ein so hervorragender Schreiber wie zum Beispiel Jesaja (kein anderer Schreiber im Alten Testament kommt an ihn heran) oder solche wie der Hebräerschreiber oder Lukas oder Paulus nicht eine poetische Ader an den Tag legen?
Wir können uns das bei unserem Apostel gut vorstellen, besonders wenn es um hohe Gedankengänge oder erhabene Wahrheiten geht, wie hier zum Beispiel. Es muss also keinesfalls ein fertiges Lied sein, das ein Denker, der weniger groß war als Paulus, schon vorher verfasst hatte. 

                .  Der Vers kann in zwei Teile geteilt werden, getrennt durch einen Doppelpunkt. Der erste spricht vom Geheimnis der rechten Ehrfurcht, d.h., eines rechten Christenlebens. Die Antwort liegt auf der anderen Seite des Doppelpunktes, im Heilsweg unseres Herrn. Die Geschichte hinter dem Doppelpunkt wird durch unsere Identifizierung mit Christus durch den Glauben zu unserer Geschichte. Vielleicht ist es deshalb, dass die Aufnahme in den Himmel am Ende steht – weil die Geschichte des Heils damit zu Ende geht.
Man lese auch verwandte Texte wie Rm 4,22-25; 10,9.10

                .  Die „rechte Ehrfurcht“

Diesem Ausdruck liegt das griechische Wort eüssebeia zu Grunde. Es ist ein schwieriges Wort (was auch Luther zugab), bedeutet eigentlich „gute Pietät, rechte Frömmigkeit“.
Die deutsche systematische Theologie kennt zwei Hauptteile: die Dogmatik und die Ethik. Bei der Dogmatik geht es um die Wahrheit, die wir zu glauben haben, bei der Ethik um das rechte Handeln.
Paulus schreibt: „Halte dich an das Muster gesunder Worte“ (2Tm 1,13). Das ist die Dogmatik. Aber wir haben ein zweites Muster, das des Handelns, die Ethik. Das Wort eüssebeia bezieht sich auf diesen Bereich, das rechte Handeln, die rechte Frömmigkeit, die rechte fromme Lebensweise.
Was ist das Geheimnis der rechten Lebensweise des Christen? Es ist das Evangelium. Die Dogmatik ist das Geheimnis der Ethik. Sie gehören zusammen. Das Handeln fließt aus der Wahrheit, aus dem, das man glauben soll. Das bekennen wir.

                .  „Gott“ 

In wenigstens 300 der vorhandenen Handschriften dieses Briefes (d. s. über 97 %) steht am Anfang des Bekenntnisses das Wort „Gott“. Nur acht Handschriften haben etwas anderes, und von diesen sind es nur fünf, die sich in der Präposition „welcher“ bzw „der“ einig sind.

                .  Paulus scheint hier nun drei Paare aufzureihen: Fleisch und Geist, Boten und Völker und Welt und Herrlichkeit. Das erste Paar hat mit der Person des Christus zu tun, das zweite Paar mit den Personen, mit denen es der Christus zu tun hatte. Das dritte Paar hat mit dem Raum zu tun, in dem sich der Christus bewegt.

                .  Das 1. Paar

„… geoffenbart [o.: sichtbar gemacht] im Fleisch, gerechtfertigt im Geist …“
– Alle Ausleger sind sich darin einig, dass es sich hier um die Fleischwerdung Gottes handelt. Er kam in diese Welt. In Menschengestalt wurde Gott beobachtbar. Der Leib Jesu war zugleich ein Offenbarungs- und ein Verhüllungsmittel. Er verhüllte den Gott, der von anderen nicht gesehen werden wollte, und er offenbarte Gott für die, die wissen wollten, wer Jesus war, die Glaubenden, weshalb das Wort „offenbart“.
Gott wurde Mensch. Das geschah, damit er sich an unserer Statt als Opfer hingeben konnte.
– Darauf stand er wieder auf. Dafür sorgte der Heilige Geist:
Rm 1,3.4: „… und seinen Sohn betrifft, der geboren wurde aus dem Samen Davids nach dem Fleisch, der mit der Auferstehung der Toten herausgestellt wurde als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist der Heiligkeit, Jesus Christus, unseren Herrn …“
Die Auferstehung zeigte, dass Jesus gerecht war. Rechtfertigung geschieht nicht nur, wenn jemand etwas Böses getan hat. Auch ein Unschuldiger muss gerechtfertigt werden, wenn er für ungerecht gehalten wurde.
Jesus starb als „Sünder“, stellvertretend natürlich, aber es war die Sünde, die ihn in den Tod brachte, denn wenn er unsere Sünde auf sich nahm, musste er auch die Strafe dafür auf sich nehmen. Am Kreuz nahm er alle Ungerechtigkeit auf sich und galt vor aller Öffentlichkeit als Ungerechter. Sein Sterben stand also im Zeichen der Sünde. Er war aber kein Sünder, galt nun aber als einer. Es musste also klar werden, dass er nicht selbst schuldig war. Er bedurfte der Rechtfertigung.
Diese kam in der Gestalt der Auferstehung. Sie war das Zeichen, dass der Verstorbene Gottes Sohn war und kein Sünder in sich selbst. Sie machte klar, dass sein Sterben nicht eine Folge eigener Schuld war, sondern ein stellvertretendes. Da nun die Auferstehung im oder durch den Geist kam, war sie eine Rechtfertigung „im Geist“. Sie sprach Jesus frei von aller Schuld.
Die Auferstehung Jesu Christi ist also ein Rechtfertigungsmittel, die Rechtfertigung Jesu, das Zeichen, dass er gerecht war, sündlos, eine Gerechter, der für Ungerechte starb. Deshalb können wir nun durch seinen Tod und seine Auferstehung gerechtfertigt werden, weil ein Schuldloser unsere Schuld auf sich nahm mit allen Folgen.
Die Auferstehung Jesu Christi macht es also möglich, dass wir gerecht werden können. Wenn Jesus nicht gesündigt hatte, sondern gerecht war, aber dennoch starb, dann ist er für die Schuld anderer gestorben. Darin besteht die Möglichkeit unserer Rechtfertigung. Von daher ist auch die Rolle des Geistes eine so wichtige.

                .  Das 2. Paar  

„… gesehen von Boten, verkündet in den Völkern …“
Hier ist nicht die Rede von einem Erscheinen, sondern von einem „staunenden Anblicken“. Als Jesus im Fleisch geoffenbart wurde, als er (in der Auferstehung) im Geist gerechtfertigt wurde, als er gen Himmel fuhr, wurde er von Engeln staunend angeblickt – denn das war noch nie dagewesen, dass Gott Mensch geworden war. Sie bestaunen diese Person, Gott und Mensch zugleich. Und sie ergeben sich ihm (1P 3,21).
Eventuell wäre bei „Boten“ an die Apostel zu denken. Diese waren es auch, die ihn als Zeugen „verkündet[en] in den Völkern“.

                .  Das 3. Paar: von der Begegnung mit Jesus 

„… geglaubt in der Welt [nicht von allen in der Welt aber doch von sehr vielen, die bereit waren, Gott Recht zu geben über sich selbst und über die Person Jesu], aufgenommen in Herrlichkeit [wo er heute als Priester nach der Ordnung Melchisedeks fungiert und von dannen er kommen wird zu richten die Lebenden und die Verstorbenen].“

    IV:  Vom rechten Dienst der Verkündigung  K. 4

        A:  Einleitendes: Warum ist dieses Kapitel von Bedeutung für die Verkündigung?

            1:  Es enthält eine entsprechende Verheißung.  V. 6

„Legst du dieses den Brüdern als Grundlage vor, wirst du ein edler Diener Jesu Christi sein.“

            2:  Von Gott bestimmte Verkündiger brauchen Unterweisung.

Solche Verkündiger seiner Botschaft erweckt Gott in seiner Gemeinde immer wieder. Diese sollen wissen, wie sie ihren Dienst wahrzunehmen haben.

            3:  Jeder Christ sollte imstande sein, rechte Verkündigung zu erkennen.

Und daraufhin sollte er imstande sein, alle Verkündigung zu prüfen.

            4:  Jeder Christ sollte selbst ein Verkündiger sein.

Der eine macht es in einem kleineren Rahmen, der andere in einem größeren.

        B:  Was wird hier über die rechte Verkündigung gesagt?  V. 1-6

            1:  Rechte Verkündigung hat zum Inhalt, was der Geist sagt.  V. 1

„Aber der Geist sagt ausdrücklich …“
Was „der Geist sagt“, schließt das prophetische Wort als Fortsetzung des geschichtlichen Wortes ein.
„Aber“ weist auf den zuvorigen Vers hin, einen geschichtlichen. Die Verse 4,1-3A sind prophetische Worte, die der Geist dem Apostel eingibt, dem Timotheus mitzuteilen. Beide Arten von Wort sind Gottes Wort, das wir heute in der Schrift haben. Diese besteht nämlich aus geschichtlichem Bericht, Unterweisung für heute und Vorhersage.

            2:  Rechte Verkündigung ist notwendig angesichts des vorausgesagten Abfalls.  V. 1-3A

                a:  Was wird über diesen Abfall vorausgesagt?  V. 1

                    .  Wann er kommt 

V. 1A: „Aber der Geist sagt ausdrücklich, dass in Zeiten, die folgen …“ Welche sind das?
Es sind die Zeiten, die auf die Zeit des Schreibens dieses Briefes folgen. Es ist in der Tat erstaunlich, wie schnell und wie stark der Abfall in dieser Zeit einsetzte. Etwas von ihm ist später in den dem Johannes auf Patmos diktierten Briefen an die Gemeinden zu erkennen.
Die Zeit, die auf die der Apostel folgte, wird oft die Zeit der apostolischen Väter genannt. Kirchliche Theologie beruft sich gerne auf Schriften dieser Zeit, doch nicht ohne Gefahr, denn es erstaunt schon, wieviel Irrtum im Schreiben der so genannten „Väter“ enthalten ist. Man fragt sich, wie konnten Lehrer, die die Apostel selbst, bzw Schüler der Apostel zu Lehrern hatten, so schnell von der einfachen Wahrheit der Schrift abweichen. Zum Teil kam es dadurch, dass man in den Bann griechischen Denkens geriet und sich nicht an die Schrift allein als Autorität hielt. Zum Teil war es die alte Versuchung, die auch das Judentum gekannt hatte: wo die erweckliche Beziehung zum Haupt der Gemeinde nachließ, sich mehr auf religiöse Formen zu verlassen.

                    .  Wie der Abfall kommt

V. 1M: „… etliche werden vom Glauben Abstand nehmen,
dabei irreführenden Geistern und Lehren von Dämonen anhangen …“
Was „der Geist sagt“, steht dem, was dämonische Geister sagen, gegenüber. Es scheint also ein Entweder-Oder zu sein: Entweder hält man zu dem, das Gottes Geist hat schreiben lassen, oder man fällt dem, das der Feind Menschen eingibt, zum Opfer. Das würde heißen, dass alle Irrlehre vom Feind wäre. Das stimmt mit Eph 6 überein, wo Finsternis das Gebiet des Feindes ist. Und Gottes Wort ist bekanntlich das Licht.

                b:  Was wird über die Abgefallenen gesagt?  V. 2.3A

                    I:. Ihre Kennzeichnung  V. 2 

                        .  „in Heuchelei von Lügenrednern“
                            -  Sie tun so, als ob sie immer noch dabei wären.
                            -  Sie reden aber die Unwahrheit.
                        .  „die im eigenen Gewissen gebrandmarkt sind“ – gegenüber dem guten Gewissen von 1,5      

                    II:. Ihre Lehre  V. 3A

                        .  „die wehren zu heiraten, 
                        .  verpflichten, sich von Speisen zu enthalten“, machen zur Pflicht, dass man sich von ihnen enthalte

            3:  Was die rechte Verkündigung zu lehren hat  V. 3M-5

„… Speisen …, die Gott für die schuf, die glauben und die Wahrheit erkennen, zum Einnehmen mit Dank, weil alles von Gott Geschaffene trefflich und nichts verwerflich ist, wenn es mit Dank empfangen wird, denn es wird durch Gottes Wort und Anrufen geheiligt.“
Die rechte Verkündigung hat hiernach folgendes zu lehren:

                a:  Gott schuf Speisen für die, die glauben und die Wahrheit erkennen.

                b:  Gott schuf sie zum Einnehmen mit Dank.

Es handelt sich also um das, was Gott zum Einnehmen schuf, weshalb man verpflichtet ist, herauszufinden, was das wäre.
Und was mit Dank eingenommen wird, kann schwerlich in Unmäßigkeit genossen werden.

                c:  Alles von Gott Geschaffene ist trefflich. 

Auch nach dem Sündenfall ist die Umwelt des Gefallenen Menschen gut, auch wenn sie von der Vergänglichkeit durchzogen ist.

                d:  Nichts von dem, das Gott geschaffen hat, ist verwerflich.

                    .  Unter welchen Umständen? 

Wenn es mit Dank entgegengenommen wird.

                    .  Aus welchem Grunde? 

Es wird durch Gottes Wort und Anrufen geheiligt.

                    .  Was heißt „geheiligt“? 

Gott zugeordnet.

                    .  Was heißt „durch Gottes Wort“?

Durch das Wort, durch welches es geschaffen wurde.
Durch das Wort, durche welches es bis dahin bewahrt wurde: Heb 1,3A
Durch das Wort der Schrift, das uns über sein Wesen aufklärt.
Evtl durch das Wort, das am Tisch vor der Mahlzeit gelesen wird.
Durch das Wort Gottes, mit dem wir dafür danken.

                    .  Was heißt „durch Anrufen geheiligt“? 

Wir beteten für unser tägliches Brot, und es kam dann als Erhörung auf den Tisch.
Wie Jesus beten wir vor dem Essen. Wie Jesus darf man es auch während des Mahles tun.
Und die Speise wird so Gott zugeordnet als die seinige – sowohl vor als nach dem Einnehmen.

            4:  Die rechte Verkündigung hat, wie anfänglich erwähnt, eine Verheißung.  V. 6

„Legst du dieses den Brüdern als Grundlage vor, wirst du ein edler Diener Jesu Christi sein, genährt und auferzogen durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du nachgefolgt bist.“

                a:  Wie lautet die Verheißung?

                    .  „Du wirst ein edler Diener Jesu Christi sein (vgl: „Ei, du frommer und treuer Knecht“),
                    .  genährt [vgl Jesus: „meine Speise ist die ...“; siehe auch die vorangehenden Verse] 
                    .  und auferzogen durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du nachgefolgt bist.“ Merken wir die drei Stufen der geistlichen Entwicklung: „nachgefolgt“, „auferzogen“, Reife: der Zustand der Fähigkeit für den Hauptdienst.

                b:  Wie lauten die Bedingungen?

                    .  Als Grundlage vorlegen

„Legst du dieses den Brüdern als Grundlage vor …“
Die Bedeutung dieses Wortes sollte weder übersehen noch verringert werden. Wiesinger (bei Dächsel) hat den Ernst erkannt, wenn er schreibt:
„Die Darstellung dessen, was in der Zukunft droht, soll den Timotheus erkennen lassen, was in der Gegenwart noththut; und weil das Zukünftige in seinen Anfängen schon vorhanden und nur der Steigerung nach ein Zukünftiges ist, begreift sich von selbst, warum das, was dem in seiner vollen Ausbildung zukünftigen Irrthum als Wahrheit entgegengestellt wird (V. 3-5), schon in der Gegenwart eingeschärft werden soll. Die drohende Gefahr stellt an Timotheus, wenn er ein guter Diener Jesu Christi sein will, die Anforderung eines kräftigen Entgegenwirkens gegen den … schon vorhandenen Irrthum; dieses aber kann nicht blos in der Mitteilung, daß Abfall drohe, sondern nur in der Vorhaltung der Wahrheit, die diesem Irrthum entgegenzusetzen ist: ‚alle Creatur Gottes ist gut … durch das Wort Gottes und Gebet’, bestehen.“
Im Blick auf diesen Ernst des Ganzen sind die Übersetzungsvorschläge wie „vorstellen“, „vorschlagen“, „als Rat mitgeben“ und ähnliche nicht angemessen. Das Wort selbst bedeutet: etwas darunter legen. Im Blick auf den gesamten Auftrag des Timotheus und im besonderen auf die vorangehenden Verse haben wir hier eine mit anderen Worten wiederholte Aufforderung an den Nachfolger des großen Apostels, seinen Auftrag in seinem vollen Ernst zu erkennen und mit allem Fleiß wahrzunehmen.
Wenn Timotheus einerseits die Worte des Apostels den Lehrenden in Ephesus „als Grundlage“ vorlegt, hat er andererseits aber auch eine gewisse Zurückhaltung zu üben indem er ihnen die Wahrheit zwar vorhält, sie ihnen jedoch nicht aufzwingt. Bei aller geistlichen Autorität darf er nicht autoritär werden. Das ist die ständige Gefahr eines Lehrers, auch eines Lehrers des Wortes Gottes.

                    .  Den Brüdern vorlegen

Die, denen Timotheus dient, sind für Paulus wie auch für ihn Brüder in Christus auf gleicher Ebene. Jeder Lehrer des Wortes Gottes, sei er noch so fähig und erfahren, dient, und das als Bruder unter Brüdern. Auch dieses ist Bedingung für die Verheißung.

                    .  Einer zu sein, der sich durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre nährt und auferziehen lässt

                    .  Einer zu sein, der der guten Lehre nachfolgt

        C:  Über die Beschäftigung des rechten Verkündigers  V. 7-10

            1:  Was als Beschäftigung nicht in Betracht kommt  V. 7A

„Aber der profanen Altfrauenlegenden entschlage dich.“

            2:  Von einer sehr wesentlichen Beschäftigung  V. 7M-10

„Übe dich aber selbst mit Ernst hin zur rechten Ehrfurcht; denn die leibliche ernstliche Übung ist [weil sie vergänglicherer Art ist] zu wenigem nützlich, aber die rechte Ehrfurcht ist zu allem nützlich, da sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des künftigen [das ewig ist]. Treu ist das Wort und aller Annahme wert, denn dafür arbeiten wir auch und werden geschmäht, weil wir die Hoffnung auf den lebenden Gott setzen, der der Retter aller Menschen ist, allermeist der Gläubigen.“

                a:  Was ist hier mit rechter Ehrfurcht gemeint?

                    I:. Das Wort im Grundtext

Der Stamm bedeutet: Pietät/Frömmigkeit/Ehrfurcht. Nun kommt es darauf an, was man ehrt und hochhält, denn Religion bestimmt den persönlichen Charakter und das Zusammenleben einer Gesellschaft.
Die Vorsilbe ist dieselbe, die wir im Wort Evangelium haben, und bedeutet: gut/recht, auch freudigstimmend.
Zusammengestellt heißt es: die rechte und wirklich gute Ehrfurcht und Frömmigkeit. Diese kommt aus der Einstellung zum wahren Gott und seinem Reden zu den Menschen und erhebt das Gemüt, daher wohl Luther: gottselig, obwohl die Vokabel ‚Gott’ im Wort nicht vorkommt.
Wir haben es also mit einer aus der Ehrfurcht vor Gott hervorgehenden und ihn ehrenden Lebensweise zu tun, m.a.W., der biblisch-christlichen Ethik, der Lebensführung, welche die Christusbotschaft hervorruft.

                    II:. Sein Vorkommen in neutestamentlichen Texten

                        .  Als Hauptwort:  Ag 3,12; 1Tm 2,2; 3,16; 4,7.8; 6,3.5.6.11; 2Tm 3,5; Tt 1,1; 2P 1,3.6.7.; 3,11
                        .  Als Adjektiv:  Ag 10,2.7; 22,12; 2P 2,9  
                        .  Als Verb:  Ag 17,23; 1Tm 5,4
                        .  Als Adverb:  2Tm 3,12; Tt 2,12

                    III:. Die Sache im Text  V. 7M.8A

„Übe dich aber selbst mit Ernst hin zur rechten Ehrfurcht, denn die leibliche ernstliche Übung ist zu wenigem nützlich …“
Es geht also um eine geistliche Übung.

                b:  Wie soll man sich mit der rechten Ehrfurcht beschäftigen?  V. 7M

„Übe dich“ – ein Handeln, eine Lebensweise
„Übe dich aber“ – im Gegensatz
„Übe dich aber selber“ – persönliche Verantwortung
„Übe dich aber selber mit Ernst“ – im Blick auf die Ewigkeit
„Übe dich … hin zur rechten Ehrfurcht“ – hin zu einem Ziel

                c:  Warum soll man sich mit der rechten Ehrfurcht beschäftigen?  V. 8

                    I:. „denn die ernstliche leibliche Übung ist zu wenigem nützlich“

Ein Mann sagte zu seiner Frau, als sie von einem ersten Besuch eines Bibelkreises zurückkam: „Wenn Du mir sagen würdest, Du gingst zum Turnverein, dann würde ich mich viel mehr freuen.“ Seine Wertvorstellungen waren auf den Kopf gestellt.
Im Vergleich ist der Wert der zeitlichen Übung gering, zwar wertvoll, weil der Leib von Gott geschaffen wurde und als Tempel des Heiligen Geistes zu pflegen ist, doch zeitlich wertvoll und nicht ewiglich.

                    II:. „aber die rechte Ehrfurcht ist zu allem nützlich“

„… zu allem nützlich, da sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des künftigen“ – wegen ihres hohen Wertes

                d:  Der Apostel unterstreicht nun die Wichtigkeit der rechten Ehrfurcht.  V. 9.10

                    I:. Er tut es mit einer bekannten Formel.  V. 9

„Treu ist das Wort und aller Annahme wert …“

                        A:. Um welches Wort geht es?

V. 9 wird wohl eher mit dem Vorangehenden als mit dem Folgenden zu verbinden sein. Der Apostel weiß um die große Gefahr, dass das Leben eines Seelsorgers einen Schatten auf seine Botschaft werfen könnte.
Schlatter bemerkt: „Weil Paulus wieder die über alle Grenzen unseres Vermögens und Erkennens hinausreichende Verheißung Gottes ausgesprochen hat, fügt er auch hier die bekräftigende Formel bei: Das ist ein gewisses Wort.“ Mit der Erwähnung der „Verheißung des Lebens“ in V. 8 wurde nämlich der Ewigkeitscharakter der Beschäftigung mit der „rechten Ehrfurcht“ herausgestellt. Dieses unterstreicht er nun mit der Aussage in V. 9.

                        B:. Was sagt er über das Wort?

                            1:. Es ist treu, wird einen nie im Stich lassen, ist zuverlässig. 

Damit wird man gut durch dieses Leben kommen und das nächste nicht verfehlen.

                            2:. Das Wort ist es wert, dass nicht nur Timotheus, sondern alle seine Hörer, ja, alle Christen beherzigen. 

Es ist ein würdiges Wort, würdig einer ganzen Annahme, der Annahme des ganzen Wortes, der Annahme durch alle.

                    II:. Der Apostel unterstreicht die Wichtigkeit der rechten Ehrfurcht mit einem Wort aus der Erfahrung.  V. 10

„… denn dafür arbeiten wir auch und werden geschmäht, weil wir die Hoffnung auf den lebenden Gott setzen, der der Retter aller Menschen ist, allermeist der Gläubigen.“

        D:  Wie der rechte Verkündiger seinen Auftrag wahrzunehmen hat  V. 11-16

Wie kann er das tun?

            1:  Im Anweisen  V. 11A

„Solches weise an.“
D.h.: ‚Zu diesem verpflichte.’

            2:  Im Lehren  V. 11E

„Solches … lehre.“

            3:  Mit Augenmerk auf seine Jugend  V. 12

„Niemand verachte deine Jugend, sondern werde stets ein Vorbild den Gläubigen im Wort, in der Lebensführung, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Reinheit.“
Wie kann Timotheus mit Augenmerk auf seine Jugend seinen Auftrag wahrnehmen?
In der Erfüllung zweier Befehle:

                a:  „Niemand verachte deine Jugend ...“

                    .  Das heißt nicht, dass er es anderen verbieten soll, sondern dass er dazu keinen anderen Anlass, als dass er tatsächlich verhältnismäßig jung ist, geben soll.
Paulus kann von ihm erwarten, dass er trotz seiner Jugend innere Reife zeige. Dann wird es leichter für die Hörer sein, ob jung oder alt, ihm Belehrung abzunehmen.

                    .  Er wird die mit der Jugend verbundenen Versuchungen zu überwinden haben: Oberflächlichkeit, vorschnelles Handeln, unordentliches Verhalten.

                    .  Er wird sich Zucht und Weisheit anzueignen haben.

                    .  Falls andere wegen seiner Jugend ihm seine Unterweisung nicht abnehmen, wird er auf ihre Richtigkeit bestehen müssen, wenn notwendig, den gegenwärtigen Brief seines apostolischen Lehrers vorweisen, so, wie wir auf Gottes geschriebenes Wort hinweisen.

                    .  Dieses Wort ist eine große Ermutigung für alle hingegebenen Jugendlichen, weiterzumachen. Nicht nur Spurgeon hat schon vor Zwanzig in großem Segen arbeiten dürfen. Wie alt Timotheus war, können wir nicht sagen.

                b:  „... werde ein Vorbild ...“  V. 12M

„… sondern
. werde stets ein Vorbild“
Innere Reife wird nicht mit einem Tag erreicht. Es genügt auch nicht, sie für nur einen Tag vorzuweisen. Timotheus soll das ständig ein Anliegen sein, vorbildich zu leben. Er soll nicht vergessen: Andere beobachten ihn.

                    .  „werde ein Vorbild den Gläubigen“ 

Warum?
Erstens, weil Gläubige zum größten Teil seine Umwelt bildeten. Als echter Gesandter Jesu verließ er sicherlich immer wieder die Neunundneunzig und ging hinaus, um das Verirrte zu suchen, aber er fand immer wieder auch, wie Petrus und Johannes, zu den eigenen Leuten. Sie waren sein Zuhause, seine Familie.
Zweitens den Gläubigen ein Vorbild, weil nur Gläubige von Vorbildern leben können, denn sie haben von ihrem Herrn die innere Kraft dazu. Ungeretteten helfen letztlich die besten Vorbilder nicht, denn sie sind so hilflos, diesen nachzuahmen, wie Leichen. Sie müssen zuerst zu neuem Leben gelangen.

                    .  „werde ein Vorbild im Wort, in der Lebensführung, in der Liebe, im Geist“

                    .  „werde ein Vorbild im Glauben“

Menschen, die aus der Gefangenschaft an die sichtbare Welt gerettet sind und ihre neue Heimat in der unsichtbaren haben, brauchen Beispiele von Glauben an einen unsichtbaren Gott dort, wo es keine äusseren Hoffnungszeichen gibt.

                    .  „werde ein Vorbild in der Reinheit.“

Auch solche Vorbilder brauchen Christen, Bilder der Reinheit im Lesen, im Denken, im Sprechen, im Benehmen, Reinheit, die im Zeichen völliger Zugehörigkeit zum heiligen Gott steht. Wer aus dem Schlamm gerettet ist, meidet das Schmutzige.

            4:  Im Überwinden aller Untätigkeit soll er seinen Auftrag wahrnehmen.  V. 13-16

„Bis ich komme, widme dich dem Lesen, dem Aufrufen, dem Lehren.
14 Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir, die dir durch Weissagung gegeben wurde mit Händeauflegen der Ältestenschaft. 15 Diesen Anliegen widme deine Aufmerksamkeit – sei in ihnen –, damit dein Fortschritt allen offensichtlich sei; 16 habe stets Acht auf dich selbst und auf die Lehre; bleibe beharrlich bei ihnen; denn indem du dieses tust, wirst du sowohl dich selbst bewahren und retten als auch die, die dich hören.“

                a:  Einleitendes

                    I:. Achten wir zuerst auf den Ausdruck: „Bis ich komme“. 

Was Timotheus jetzt tut, wird Paulus, wenn er nach Ephesus kommt, tun: die Zügel in die Hand nehmen. Die jungen Laienältesten jener Zeit waren nämlich in hohem Maße von Lehrbesuchen der durchreisenden Lehrer abhängig, die kürzere oder längere aber auf bemessene Zeit da waren.

                    II:. Merken wir uns nun in diesen Versen die folgenden Tat verwandten Ausdrücke:

V. 13: „widme dich“
V. 14: „Vernachlässige nicht“
V. 15: wieder „widme“
V. 16: „habe stets Acht“, „bleibe beharrlich“

                    III:. Welcher Gefahr wirkt hier Paulus entgegen?

                        .  Der Gefahr der Mutlosigkeit, die zu Tatenlosigkeit führt

                        .  Der Gefahr, aus falscher Rücksicht die örtlichen Ältesten alles machen zu lassen. Man kann diese Gefahr tatsächlich in der Missionssituation beobachten. Die eine Gefahr ist, als Missionar alles selber machen zu wollen, die andere, zu schnell zu viel aufzubürden.

                    IV:. Nicht fleischlicher Aktivität spricht Paulus hier das Wort. 

Dagegen sprechen V. 15 und V. 16A.

                b:  Wie wird Timotheus nun die Tatenlosigkeit überwinden?  V. 13-16A                      

                    .  V. 13: „... widme dich dem Lesen ...“

Eine interessante Anweisung!
In erster Linie ist zweifelsohne gemeint: das Vorlesen der Schrift. Das war damals wichtig, ist es immer noch, heute mehr denn je, wo wenige sie zu Hause lesen, und wenn sie es tun, zu oft in der verkehrten Übersetzung.
Ferner könnte das Lesen in der Schrift überhaupt gemeint sein, dann das Lesen als solches.

                    .  „widme dich ... dem Aufrufen und der Zurede“

                    .  „widme dich ... dem Lehren“, dem vollmächtigen Weitersagen göttlicher Wahrheit. Davon leben wir, denn der Maßstab unseres Lebens liegt in Gott.

                    .  V. 14: „Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir, die dir durch Weissagung gegeben wurde mit Händeauflegen der Ältestenschaft.“

                    .  V. 15: „Diesen [Anliegen] widme deine Aufmerksamkeit“

Wie?
– „sei in ihnen –, damit dein Fortschritt allen offensichtlich sei“
– V. 16: „habe stets Acht auf dich selbst und auf die Lehre“
– „bleibe beharrlich bei ihnen“
„Ihnen“ ist sächlich, bezieht sich also nicht auf die gleich erwähnten Hörer, sondern auf alles in V. 15 Genannte und somit über das dortige Wort „diesen“ auch auf das ihm Vorangehende.

                    .  „Bis ich komme, widme dich“: So wollen auch wir es machen: uns widmen – in unserem Fall, bis Jesus kommt. Voher sind wir nie fertig. 

                c:  Welche Verheißung gibt der Apostel ihm mit?  V. 16M

„… denn indem du dieses tust, wirst du sowohl dich selbst bewahren und retten als auch die, die dich hören.“

    V:  Verschiedene Weisungen  K. 5

        A:  Anweisungen für verschiedene Gruppen von Christen  V. 1-20

            1:  Für verschiedene Altersgruppen  V. 1.2

„Einen Älteren fahre nicht in harter Weise an, sondern rede ihm zu wie einem Vater; Jüngeren [rede zu] wie Brüdern, älteren Frauen wie Müttern, jüngeren wie Schwestern, in aller Reinheit.“
Wichtig ist hier u.a. der Vergleich mit der Familie.
Die Schöpfungsordnung wird hier anerkannt und vorausgesetzt. Auch kann Ga 3,28 nicht herangezogen werden, um zu behaupten, in Christus sei der Unterschied der Geschlechter aufgehoben. In dem Volk des Heils bleiben bis zur Vollendung Frauen Frauen und Männer Männer.

            2:  Für Witwen  V. 3-16 

                a:  Anweisungen bezüglich wirklicher Witwen  V. 3

„Ehre die Witwen, die wirkliche Witwen sind, indem du auch danach siehst, dass sie ihren Lebensunterhalt bekommen.“

                    .  Was sind „wirkliche“ Witwen? Wenn dieses in unseren Ohren etwas merkwürdig klingen mag, so doch nicht im Ohr eines Griechen, denn das Wort für Witwe heißt in seiner Sprache „die Beraubte“. Sie wurde, durch den Tod, ihres Mannes beraubt, ihres Beistandes, Helfers und Führers. Dieses gibt der Formulierung hier („wirkliche Witwen“) eine neue Bedeutung. 
Es gibt nämlich Witwen, die zwar ihres Mannes, aber noch nicht jeglicher Hilfe, beraubt und daher nicht ganz alleine sind, weil sie Kinder oder Enkelkinder haben, die sie unterstützen könnten. Wirkliche Witwen sind also hilflose Witwen, die der Hilfe der Gemeinde bedürfen. Da ist es nicht genug, sie zu grüßen und für sie zu beten, sondern da muss man Hand anlegen und ihnen etwas nach Hause bringen oder nach dem Rechten sehen, ob sie kränklich sind usw (vgl Jk 1,27; 2,14-16; 1Jh 3,17.18). 

                    .  Was heißt „ehren“? 

Das ist hier die gemeinsame Verantwortung der Christen. ‚Zu ehren’ heißt im Grundtext, nach dem Wert zu behandeln, den Wert, den jemand hat, zu achten und anzuerkennen und diese Person dementsprechend zu behandeln. Das kann auch den finanziellen Aspekt mit einschließen. Das ist hier der Fall und dürfte auch in Eph 6,1.2 der Fall sein, wenn vom Ehren der Eltern die Rede ist.

                b:  Über Witwen mit Nahestehenden  V. 4

„Hat eine Witwe aber Kinder oder Enkel, sollen sie zuerst lernen, dem eigenen Hause rechte Ehrfurcht zu erweisen und den Eltern Empfangenes zu vergelten, denn das ist edel und angenehm vor den Augen Gottes.“

                c:  Einige Kriterien zur Beurteilung  V. 5.6

„Die wirkliche und vereinsamte Witwe
. hat ihre Hoffnung auf Gott gesetzt
. und verharrt in Flehen und in Gebeten bei Nacht und bei Tag.“
. „Aber die dem Genuss Ergebene lebt und ist tot.“ Die echte lebt also nicht fürs eigene Vergnügen.

                d:  Anweisung in dieser Sache wird geboten.  V. 7.8

V. 7: „Dieses weise an, damit sie untadelig seien.“
V. 8: „Wenn aber jemand für die Seinen, und allermeist die Mitglieder seines Hauses, nicht sorgt, hat er den Glauben verneint, und er ist schlimmer als ein Ungläubiger.“
Der Anfang des Verses zeigt, dass die Verantwortung auch über die unmittelbare Familie hinausgeht.

                e:  Kriterien werden fortgesetzt.  V. 9.10

„Als Witwe werde in die Liste aufgenommen eine, die nicht weniger als sechzig Jahre geworden ist, eines Mannes Frau war, ein Zeugnis edler Werke hat, wenn sie Kinder erzog, wenn sie gegen Fremde gastfrei war, wenn sie die Füße der Heiligen wusch, wenn sie Bedrängten aus der Not half, wenn sie jedem guten Werk nachkam.“
Wer von der Gemeinschaft der Christen getragen werden soll, hat jemand zu sein, der dem Herrn der Gemeinde Ehre bereitet hat.
Evtl waren sie auch solche, von denen ein Dienst zum Wohl des Gemeindeleibes erwartet wurde. Paulus lehrte: Wer nicht arbeitet, soll nicht essen. Von allen Christen wurde erwartet, dass sie für den Herrn tätig seien, so lange sie konnten.

                f:  Über junge Witwen  V. 11-15

                    .  Über sofortiges Abweisen

V. 11-13: „Jüngere Witwen weise ab, denn sollten sie Christus zuwider den sinnlichen Regungen unterliegen, dann wollen sie heiraten [und] haben das Urteil, dass sie den ersten Glauben verwarfen. Zugleich aber auch lernen sie, Müßige [zu sein], gehen als solche umher zu den Häusern, aber nicht nur Müßige, sondern auch Klatschbasen und auf fragwürdige Weise Beschäftigte, reden Dinge, die sich nicht gehören.“

                    .  Anweisungen für jüngere Witwen

V. 14.15: „Ich will also, dass die jüngeren Witwen heiraten, gebären [S. die Anmerkungen zu 2,15.], den Haushalt dirigieren, dem Gegner keinen Anlass zu schimpflicher Nachrede geben, denn schon sind etliche abgewichen, dem Satan nach.“
Satan versucht, weg von Gott zu führen.

                g:  Weiteres über Witwen mit Nahestehenden  V. 16

„Wenn ein Gläubiger oder eine Gläubige Witwen hat, versorge man sie, wende ihre Not ab und lasse sie nicht der Gemeinde zur Last fallen, damit sie die wirklichen Witwen versorge, ihre Not abwende.“
Die, die weder die Voraussetzungen der Liste erfüllen noch einen Nahestehenden haben: Hier ist Raum für Initiative. Es wird wohl erwartet, dass jeder Bedürftige einen „Nahestehenden“ bekommt.

                h:  Wir lernen:

                    .  Jeder arbeitet und isst sein Brot.
                    .  Jeder Bedürftige soll Hilfe bekommen.
                    .  Jedem wird viel Opferbereitschaft zugemutet.
                    .  Niemand wird überfordert.

            3:  Anweisungen für Älteste  V. 17-20 

                .  V. 17.18: „Die Ältesten, die wohl vorstehen, halte man doppelter Ehre wert, am meisten die, die in Wort und Lehre arbeiten, denn die Schrift sagt: 
‚Einem dreschenden Rind sollst du nicht einen Maulkorb anlegen!’ und: ‚Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.’“ 
Ein Ältester hat die Aufgabe, vorzustehen. Nicht alle Vorsteher sind Älteste, aber alle Älteste sind Vorsteher. 
Wahrscheinlich schließt die Aufforderung auch die Unterstützung für ihren Lebensunterhalt ein, damit sie wenigstens einigermaßen freigestellt sind für ihren Dienst. 
Grundsätzlich tut jeder Mitarbeiter in der Gemeinde seinen Dienst umsonst. Die Heilige Schrift erwartet von jedem Menschen, der arbeiten kann, dass er arbeitet und sein eigenes Brot verdient. Ausserdem erwartet sie, dass er Brot für solche verdient, die nicht arbeiten können. Wer arbeiten kann, dem soll man auch die Gelegenheit geben zu arbeiten. Wir sollten deshalb vorsichtig sein, wenn Menschen an unsere Tür kommen und von uns erwarten, dass wir ihnen etwas (in irdischer Hinsicht) geben, denn alle sollen arbeiten. Auch Hirten, Missionare, Evangelisten sollen zunächst arbeiten. Das ist die grundsätzliche Regel in der Bibel. 
Es gibt nun einige in der Verkündigung im Königreich Gottes, die so viel Zeit in dieser Arbeit verbringen, dass sie ihr eigenes Wohl vernachlässigen müssen. Sie tun das aus Liebe zu Jesus und im Vertrauen auf Gott, dass er sie versorgen wird. Sie sind bereit zu arbeiten, aber sind auch bereit, auf ihr eigenes Brot zu verzichten. Sie sind bereit zu sterben, zu hungern, in Nächten durchzuarbeiten, ohne zu schlafen, wenn es gilt, für Christus zu arbeiten. Sie sind bereit, ihr Leben zu verlieren. Solche Menschen, die bereit sind, ihr Leben für Jesus einzusetzen – sei es in der Ortsgemeinde oder überörtlich –, da soll man beispringen, finanziell helfen. 
Wie das genau aussieht, ist eine Ermessensfrage. Man kann diese Arbeiter nicht aufteilen in Vollzeitler und Halbzeitler und solche, die acht Stunden oder mehr am Tag im Broterwerb arbeiten. Das ist ganz verschieden. Solche, die sich mehr einsetzen oder von denen mehr erwartet wird, weil sie von der Gemeinde Aufgaben bekommen, sollen dann dementsprechend unterstützt werden. Die Gemeinde soll darauf bedacht sein, dass jeder, der so arbeitet, sein tägliches Brot bekommt, am meisten der, welcher sich im Wort und in der Lehre müht, das heißt, der sich besonders für die Aufgabe der Verkündigung Zeit nimmt, weil das Wort, die Lehre, der grundsätzliche Teil dieses Dienstes ist. Wer sich dem widmet, dem soll Zeit gegeben werden; dem soll man die Notwendigkeit, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, abnehmen. Den soll man etwas entlasten. 
Jeder der Ältesten soll in der Lehre tätig sein und Seelsorge betreiben. Alle Ältesten sollen alles, was zu ihrer Arbeit gehört, tun können. Aber es gibt Akzente: Der eine tut dieses mehr, der andere jenes. 

                .  Die Schrift sagt, einem dreschenden Ochsen soll man nicht einen Maulkorb anlegen, die Schrift Alten und Neuen Testamentes, denn Paulus zitiert hier zwei Texte, einen aus dem Gesetz Moses und einen aus dem Lukasevangelium (das zu diesem Zeitpunkt, ca. 64/65 n.Chr, wohl schon vorliegt. Zu diesem Zeitpunkt ist nämlich ein großer Teil des Neuen Testaments bereits vorhanden). Paulus anerkennt also die Schrift seines Kollegen und Mitarbeiters Lukas als Heilige Schrift, als Wort Gottes. Das Wort „Schrift“ ist ein terminus technicus, ein üblicher Ausdruck für das Wort Gottes, für die Bibel. Es gibt also in dieser Zeit schon neutestamentliche Heilige Schrift, die die gleiche Bezeichnung verdient, wie das Alte Testament. 

                .  V. 19: „Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an außer auf Aussage von zwei oder drei Zeugen.“

Timotheus ist nicht selbst Ältester oder Gemeindehirte, sondern hat zu überwachen, wie es in den Gemeinden bei den Ältesten zugeht. Anklagen würden also dem Apostel/Missionaren zukommen. Und er hätte dann zu handeln.
„… außer auf Aussage von zwei oder drei Zeugen“: Hier sehen wir, wie alttestamentliches Wort Gottes Beispiel wird. Es wird herangezogen als guter Rat für neutestamentliches Vorgehen.

                .  V. 20: „Die, welche sündigen, rüge vor allen, damit sich auch die anderen fürchten.“ 

Die „Anderen“ sind hier wahrscheinlich nicht die Ältesten, sondern die in der Gemeinde überhaupt. Wenn ein Ältester so sündigt, dass er öffentlich gerügt werden muss, und er tut nicht Buße, dann – so sagt Paulus zu Timotheus – soll das öffentlich gesagt werden, denn er ist ein öffentlicher Verkündiger, und es darf nicht so aussehen, als ob die, die über Lehre und Leben in der Gemeinde wachen, Sünde dulden würden. Sie sind nicht Polizei, aber sie sagen öffentlich, was von einem solchen Verhalten zu halten ist – ohne dass man diesen unnötigerweise blamiert. Aber es muss gesagt werden: „Das ist Sünde. Das kann man nicht dulden.“ Die Art und Weise, wie sie das tun, wird natürlich von Liebe und Heiligkeit bestimmt sein.

        B:  Persönliche Weisungen für Timotheus  V. 21-25

            1:  Ernste Worte  V. 21.22

                a:  Zum Gesagten  V. 21

                    .  „Ich sage als ernster Zeuge vor den Augen des Gottes und Herrn, Jesus Christus ...“ 

Der traditionell überlieferte Text gibt zu verstehen, dass die Begriffe „Gott“ und „Herr“ beide als eine Einheit Jesus Christus bezeichnen. Jesus ist Gott und Herr. Dieser ist einer der Texte, die bezeugen, dass Jesus Christus Gott genannt wird. Tt 2,13 ist eine Parallelstelle.
Angesichts dessen, das Jesus Christus Gott und Herr ist, betrachtet sich Paulus als ernster Zeuge dieser wichtigen Person.

                    .  „und den erwählten Engeln“ 

Engel sind erwählt, nicht in dem Sinne, dass sie aus einer Schar anderer Wesen herausgewählt wurden, sondern in dem, dass sie kostbar sind, vorzüglich in den Augen Gottes. Es gab keine Schar von Wesen, aus denen sich Gott einige auserwählte und zu Engeln machte, sondern sie waren von vornherein Gott kostbar und erwählt, vorzüglich, hatten in sich einen hohen Wert.

                    .  „dass du diese Anweisungen ohne Vorurteil bewahrst“ 

Nachdem Timotheus von diesen Wahrheiten überzeugt worden ist, soll er voll davon überzeugt handeln.

                    .  „und nichts tust aus Zuneigung“

Man soll vor den Augen Gottes stehen und dienen und sich nicht von der Wahrheit abbringen lassen durch imponierende Worte. Man favorisiere/begünstige keinen Menschen. Weder Feind noch Freund darf hier berücksichtigt werden. Letztlich bin ich nur Jesus verantwortlich. Keine tendenziöse Behandlung!

                b:  Zwecks Selbstschutz  V. 22

                    .  V. 22A: „Die Hände lege niemandem schnell auf. Mache dich nicht anderer Sünden teilhaftig.“     

Wenn damals Älteste eingesetzt wurden, hat man ihnen wahrscheinlich die Hände aufgelegt. Das wird jedoch nie verordnet. Übrigens die „Ordination“ bzw die „Einsegnung“ kennt die Schrift nicht. Auch das Drum und Dran einer „Einsegnungsfeier“ sowie die Bedeutung, die ihr oft beigemessen wird, ist der Schrift fremd. Die Texte über Handauflegung lassen sich nicht dazu befrachten.
Verordnungen im institutionalen Sinne sind nur Taufe und Abendmahl. Handauflegung kommt vor, wird aber nicht vorgeschrieben. Sie ist eine Praxis, die sich bis heute gehalten hat, muss aber nicht ausgeübt werden. Wenn sie aber ausgeübt wird, soll es mit Ehrfurcht in der Heiligung getan werden. Wenn sie bei Ältesten ausgeübt wird, dann nicht so, dass man sich dabei mit Sünde identifiziert. Das heißt, es muss ein Ältester sein, der die in Kap. 3 genannten Voraussetzungen erfüllt. Wer einem Mann, der sich verschuldet hat, die Hände auflegt und zum Ältesten einsetzt, sagt damit aus: Wir dulden, was dieser Älteste mit der Sünde tut.
Allerdings spricht Paulus hier nicht nur von der Handauflegung von Ältesten, sondern ganz allgemein. Was gesagt wird, trifft auf jede Handauflegung zu. Wenn man zum Beispiel einem Kranken die Hände auflegt (vgl Jk 5, ab V. 13), so muss man ebenfalls vorsichtig sein, dass man sich nicht mit Sünde identifiziert. Jakobus erinnert uns, dass wir da in seelsorgerlicher Weise zuerst über eventuell vorhandene Sünde sprechen sollen, die der Kranke zu bekennen hätte. Und dann darf man ihm die Hände auflegen.

                    .  „Halte dich selbst rein.“

Das ist die Aufgabe, die Timotheus sich selbst gegenüber hat: Er soll sich selbst rein halten, sich nicht (zum Beispiel durch vorschnelles Auflegen der Hände) mit den Sünden anderer verbinden.

            2:  Gesundheitsanweisungen  V. 23

„(Trinke nicht länger Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein, wegen deines Magens und deiner häufigen Schwächeanfälle.)“
Die Ausdrücke „gebrauche“ und „wenig“ scheinen auf eine Beimischung von Wein in Wasser hinzuweisen: „nicht nur Wasser allein“; „ein wenig Wein“ ersetzt nicht Wasser als Flüssigkeit.

            3:  Über die Folgen unserer Taten  V. 24.25

„Etlicher Menschen Sünden sind zuvor offensichtlich und gehen voran zum Gericht. Etlichen folgen sie auch nach. Ebenso sind auch die edlen Werke offensichtlich, und die, mit denen es sich anders verhält, können nicht verborgen werden.“

                .  Diese Verse scheinen sich an V. 22 anzuschließen.
                .  Timotheus soll sich selbst nicht zu scharf richten.
                .  Er darf vertrauen, wenn er nicht verstanden wird.
                .  Niemand soll vorschnell über andere urteilen.

    VI:  Anweisungen, die das irdische Leben betreffen  6,1-19

In diesen Versen geht es um unser Leben auf der Erde aus der Perspektive des Himmels.

        A:  Ein Wort für die Knechte  V. 1.2

Heute nennen wir sie: „Arbeitnehmer“. Im Besonderen geht es im Text um die leibeigenen Knechte. Was hier aber gesagt ist, sollte der heutige Arbeitnehmer sich durchaus merken.

            .  V. 1.2: „So viele als leibeigene Knechte unter dem Joch sind, sollen die eigenen über sie herrschenden Herren aller Ehre wert halten“, aus mindestens zwei Gründen:
-  Auch sie sind im Bilde Gottes geschaffen.
-  Jedes Lebenslos ist uns von Gott beschieden: Rm 8,28.  
Man denke auch an Rm 13,1: „Jede Seele unterordne sich den überragenden Obrigkeiten, denn es ist keine Obrigkeit, ausser von Gott; die vorhandenen sind Obrigkeiten von Gott verordnet ...“

            .  „damit nicht der Name Gottes ... gelästert werde.“ 

Nicht immer haben Ungläubige falsche Vorstellungen von Gott. Wir werden also aufgefordert, Rücksicht auf die Welt zu nehmen, damit unser Herr in ihren Augen geehrt wird und sie evtl Mut fassen, zu ihm zu finden.

            .  „und die Lehre“, die Botschaft Gottes, im Besonderen die vom Erlöser

            .  V. 2: „Die, die gläubige über sie herrschende Herren haben, sollen sie nicht, weil sie Brüder sind, verachten, sondern sollen lieber Leibeigenendienst tun, weil es Gläubige und Geliebte sind, die die Wohltat wiederum empfangen.“ 
Vorausgesetzt wird hier, dass gläubige Herren ihren leibeigenen Knechten eine bessere Behandlung erfahren lassen. Vergessen wir auch nicht, dass keiner von uns eine freundliche Behandlung verdient hat. Geschieht sie uns, ist es Gnade Gottes.

            .  „Diese Dinge lehre und seien Gegenstand deines Aufrufens.“

        B:  Ein Wort über solche, die Anderes lehren  V. 3-5

Dieses Wort lässt sich aufteilen in drei Unterteile.

            1:  Zuerst haben wir eine Schuldfeststellung.  V. 3

„Wenn jemand Anderes lehrt und nicht einverstanden ist mit den gesunden Worten, denen unseres Herrn, Jesu Christi, und der Lehre, die der rechten Ehrfurcht entspricht ‹und zu ihr führt› …“
„Anderes“ spricht von einem Maßstab, von einem Muster, von dem abgewichen wird. Man wird erinnert an 1,13.14 im zweiten Brief:
„Halte fest ‹und halte dar› das Muster gesunder Worte, die du bei mir hörtest. [Tu es] im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das edle Anvertraute verwahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt.“ Der Apostel ist sich in aller Nüchternheit bewusst, dass sein Evangelium, das er von Jesus Christus persönlich empfing, und seine Schriften „kanonisch“ sind, für Timotheus und die Gemeinden, in denen dieser in seinem Dienst in und um Ephesus auftaucht, Maßstab für Glauben und Leben.
„Worte, die unseres Herrn Jesu Christi sind,“ könnte sich auf die in den Evangelien beziehen. Wenn wir aber bedenken, dass Paulus an anderer Stelle (2Kr 13,3) seine Worte als die seines Herrn kennzeichnet, so könnte er hier an diese Tatsache erinnern.

            2:  Als Nächstes fällt der Apostel ein Urteil.  V. 4.5

„… ist er aufgeblasen, ‚in Rauch gehüllt’, kennt sich in nichts aus, sondern krankt an Fragen und Wortstreitigkeiten, woraus entstehen Neid, Hader, Lästerungen, böser Argwohn und zeitverschwendende Diskussionen von Menschen verderbten Denksinnes und die der Wahrheit beraubt sind, die der Meinung sind, die rechte Ehrfurcht sei eine Quelle des Gewinns.“

            3:  Als Letztes sagt er, wie man sich in einem solchen Fall zu verhalten hat.  V. 5E

„Von solchen halte dich fern.“

        C:  Das rechte Wort über das irdische Auskommen  V. 6-10 

            1:  Einleitendes

4,7M-10A: „Übe dich selbst mit Ernst hin zur rechten Ehrfurcht; denn die leibliche ernstliche Übung ist zu wenigem nützlich, aber die rechte Ehrfurcht ist zu allem nützlich, da sie die Verheißung des Lebens hat, des jetzigen und des künftigen. Treu ist das Wort und aller Annahme wert, denn dafür arbeiten wir auch und werden geschmäht …“

            2:  Über die rechte Priorität  V. 6-8

„Aber es ist die rechte Ehrfurcht – mit Genügsamkeit – eine große Quelle des Gewinns, denn wir brachten nichts in die Welt hinein; klar ist, dass wir auch nicht etwas hinausnehmen können. Haben wir die Mittel, uns zu nähren und zu bedecken, werden wir an denen genug haben.“
Hab 3,17-19: „Wenn auch der Stall leer ist und keine Feigen mehr an den Bäumen sind, so will ich mich dennoch freuen in dem HErrn und jubeln über den Gott meines Heils. Der HErr, der Herr, ist meine Kraft. Den Hirschen gleich macht er meine Füße, und über Höhen lässt er mich einher schreiten.“
Habe ich den Geber der Gaben, so brauche ich nichts mehr. Wir brauchen zum Leben nur Zweierlei: Gott, den Geber, und was er gibt.

            3:  Über die verkehrte Priorität  V. 9.10

„Aber die, die reich werden wollen, fallen in Versuchung und eine Schlinge und viele sinnlose und schädliche Lüste, welche die Menschen in Ruin und Untergang stürzen; denn eine Wurzel aller Übel ist die Liebe zum Gelde [die Liebe zum Geld ist eine Wurzel im Inneren]. Etliche, die sich nach ihr ausstreckten [in welchem Falle das Geld sie hat, aber Gott hat Timotheus (V. 11)], sind vom Glauben haltlos weggeirrt [abgefallen!] und haben sich selbst viele Schmerzensstiche zugefügt.“
„Aber die, die reich werden wollen …“ Was wir wollen, stellt unser Ziel dar. Reichtum wird von Jesus als Mammon bezeichnet. Mit dem Mammon, sagt er, gibt es zweierlei Umgangsmöglichkeit: Man kann ihm dienen (Mt 6,24) – in welchem Falle man aber nicht mehr Gott dient –, oder man kann ihn in den Dienst des ewigen Reiches Gottes setzen (Lk 16,9). Der Apostel beschreibt hier die Folgen des ersteren Dienstes.
In V. 11 stellt Paulus seinem Mitarbeiter das Zeugnis aus, dass er ein Mensch ist, der Gott gehört. Dieser hat ihn erschaffen und auch erkauft, und zwar nicht mit Geld (1P 1,18), sondern mit dem Blut seines Sohnes. Dazu hatte Timotheus sich bewusst diesem Herrn hingegeben (Ag 16,1.2) und sich öffentlich zu ihm bekannt (1Tm 6,12). Er hängt nicht am Eigentum, sondern ist Eigentum, Eigentum Gottes, sein Leibeigener. Er ist frei von der Bindung an irdischem Gewinn, kann – und soll – dessen Versuchungen entfliehen (V. 11) und sich auch fernerhin dem ganz widmen, das Gottes ist.

        D:  Ein persönliches Wort für Timotheus  V. 11-16

            1:  Die Anrede  V. 11A

„Aber du, o Mensch Gottes …“

                .  Das ‚O’ ist im Grundtext spärlicher als in der üblichen deutschen Bibel. Hier gebraucht Paulus tatsächlich das omega. Darin liegt das starke Flehen seiner Seele: „O Timotheus!“

                .  Als „Mensch Gottes“ wird Timotheus daran erinnert, dass er ein vollkommenes Eigentum Gottes ist, weil er von Gott geschaffen und durch Christus – nicht mit Geld – erkauft wurde. Ihm, nicht dem Geld, hat sich Timotheus auch zum Eigentum hingegeben, was sein „Bekenntnis“ bezeugt.

                .  Auch er ist nur ein Mensch und somit denselben Versuchungen ausgesetzt, die auch anderen Menschen begegnen. 1Kr 10,13

                .  „Aber du ...“: Er, der Vertreter der Wahrheit, wird den anderen gegenübergestellt. Von ihm hängt viel ab.

                .  Letztlich ist jedoch jeder Christ ein Diener und Mensch Gottes. Im Alten Testament ist es der Prophet, der „Mann Gottes“ heißt (Mose, Samuel, Elija, Elisa, David heißen so). Im Neuen Testament ist jeder, der Gott hingegeben ist, ein Mensch Gottes:
„Du Mensch Gottes, der du Gott gehörst, fliehe diese Dinge; jage nach ...“

            2:  Kurze Aufforderungen  V. 11.12

                a:  Fliehe!  V. 11

„… fliehe diese Dinge!“ Laufe weg! – in dem Wissen um die eigene Anfälligkeit.

                b:  Jage!  V. 11

„Jage Gerechtigkeit nach, rechter Ehrfurcht, Glauben, Liebe, Ausdauer, Sanftmut.“

                    .  In beiden Fällen läuft man in dieselbe Richtung. Ob man flieht oder jagt, es gibt nur eine Richtung: hin zu Jesus, hin zu seinem Wort, hin in die Arme unseres Gottes; weglaufen von dem, das uns von ihm trennt, hinlaufen zu dem, das er meint und das ihn meint. 

                    .  Jage nach Gerechtigkeit und rechter Ehrfurcht.
                        -  Die zwei Wesensbereiche des Christen. In diesen befindet sich das Wesen seines Lebens.
                        -  Gerechtigkeit umfasst seine Beziehung zu Gott und die zum Mitmenschen.
                        -  Die rechte Ehrfurcht ist die Auswirkung der Gerechtigkeit. In der Beziehung zu Gott und zum Mitmenschen gilt es zu zeigen, wo die wahren Werte des Lebens liegen.

                    .  Glaube und Liebe
                        -  Die Hauptforderungen Gottes an den Menschen
                        -  Der Glaube, das Vertrauen, ist der Schlüssel zur Beziehung zu Gott und zum Menschen.
                        -  Die Liebe ist die Auswirkung des Glaubens und ist das Wesen aller Beziehungen.

                    .  Ausdauer und Sanftmut
                        -  Die krönenden Tugenden, die am Ende da sind.
                        -  Ausdauer ist durchziehender Glaube in Liebe.
                        -  Sanftmut ist die Auswirkung, die Frucht. In ihr zeigt sich in besonderer Weise die Christusähnlichkeit: Mt 11,29.

                c:  Kämpfe!  V. 12

„Kämpfe den edlen Kampf des Glaubens.“
„Glaube“ muss hier mit dem Objekt des Glaubens versehen werden, denn es geht hier um den „Kampf des Glaubens“, des Glaubens an nur Einen, Jesus Christus. Es ist der „edle Kampf“ des Vertrauens auf ihn. Nicht jeder, der lediglich „glaubt“, kämpft in rechter Weise. Wer an Buddha glaubt, kämpft keinen edlen Kampf. Keinem Synkretismus wird hier das Wort gesprochen.

                d:  Ergreife!  V. 12M

„Ergreife das ewige Leben, zu dem du auch gerufen wurdest und [für das du] das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen bekanntest.“
Drei Ausdrücke fallen hier auf: „Ergreife“, „gerufen wurdest“, „das gute Bekenntnis bekanntest“. Im Leben eines Christen wäre die geschichtliche Folge der drei Vorgänge: gerufen, bekennen, ergreifen. Gehen wir ihnen ein wenig nach.

                    I:. Gerufen

                        .  Nicht „berufen“
                        .  Wir wurden einmal gerufen, und wir werden weiter gerufen. „Mir nach, spricht Christus, unser Held!“ Und eines Tages werden wir weiter gerufen in die ewigen Hütten, ins „ewige Leben“. 
                        .  Das Gerufensein macht das Ergreifen, das Nehmen, möglich.

                    II:. Bekennen

„… und für das du das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen bekanntest.“
Timotheus hat einen Weg des Dienstes angetreten, auf dem er vor anderen die Botschaft des Lebens in Jesus Christus immer wieder bezeugt hat. Er darf nun nicht mehr zurück.
Daran erinnert ihn Paulus: „Immer wieder hast du das Wort Gottes bekannt, hast gepredigt in der Öffentlichkeit. Wie willst du jetzt zurück? Was sollen die Leute dann sagen? Was ist das dann für ein Evangelium? Je näher man zum Heimattor kommt, um so schlimmer können die Anfechtungen werden. Nicht zurückweichen!“
Hier ist ein Vater, der seinen Sohn ermutigt und aufruft: „Mache weiter so!“ Das sind schöne Worte.

                    III:. Ergreifen

Vor aller Öffentlichkeit hat er immer wieder das Wort Gottes bezeugt und sich dazu bekannt. Kommt die Versuchung auf, zurückzugehen, so heißt es: um so fester ergreifen!
Was wir bereits genommen haben, sollen wir stets im Glauben vor allem anderen nehmen und festhalten.
Wer das jetzige ewige Leben nicht zu schätzen weiß und nimmt, wird auch das künftige fahrenlassen. Es gilt, nach dem Ziel zu greifen!

            3:  Ein feierlicher Auftrag  V. 13-16

                a:  Das Vorwort  V. 13

„Vor Gott, der stets allem das Leben verleiht [dem darf man vertrauen], und Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das edle Bekenntnis bezeugte [das bewegende Bekenntnis, das ja Johannes in seinem Evangelium festgehalten hat], weise ich dich an …“

                b:  Der Auftrag  V. 14

„… das Gebot [hier steht tatsächlich das Wort ‚Gebot’] unbefleckt und untadelig zu halten [Selbst das Evangelium kann ‚Gebot’ genannt werden; das Gebot ist die Aufgabe, das Evangelium weiter zu tragen. ‚Halte es unbefleckt und unangreifbar!’, sagt der Apostel.] bis zur Erscheinung unseres Herrn, Jesus Christus …“

                c:  Das Endziel  V. 15.16 

                    .  „... die [d.h.: die Erscheinung] zu seinen Zeiten zeigen wird ...“ 

Jesus wird kommen, wann Gott will, und wir haben bis dahin treu zu sein.

                    .  „der selige“ 

Makarios, wie in den Seligpreisungen. „Selig“ bedeutet nicht „gerettet“, sondern „überaus froh“. Gott ist der einzige, der wirklich selig ist, der Grund hat, überaus froh zu sein, und in sich selbst den Grund zur Glückseligkeit hat. Wir sind immer wieder auf etwas anderes außerhalb von uns angewiesen, um froh zu sein. Er hat das in sich. Er ist der einzige abgeschlossen Selige. Und wenn wir mit ihm verbunden sind, haben wir den Schlüssel zur wahren Seligkeit.

                    .  „und alleinige Kraftinhaber und Machthaber, der König der Regenten und Herr der Herrschenden, der allein Unsterblichkeit hat und in einem unzugänglichen Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann, dem Ehre und ewige Macht [gebührt]! Amen.“

        E:  Ein Wort für Wohlhabende  V. 17-19

            .  „Den Reichen in der jetzigen Weltzeit weise an“ 

Sie heißen Reiche. Ich nenne sie Wohlhabende, damit wir nicht ausweichen und meinen, wir seien ja nicht reich – denn das sind wir! In gewissen Gegenden der Welt gilt man als reich, wenn man mehr als ein Kleid hat. Wer von uns hat nicht mehr als eines?!

            .  „nicht hochmütig zu sein“ – o.: nicht hochgesinnt zu sein. Die Versuchung von Wohlhabenden ist es, sich für hohe Leute zu halten.

            .  „noch auf die Ungewissheit des Reichtums zu hoffen (sondern im lebenden Gott)“ 

Wir sollen auf den lebenden Gott hoffen. Im lebenden Gott, mit ihm verbunden, dürfen wir hoffen.

            .  „(der uns stets alles reichlich zum Genuss darreicht), Gutes zu tun, reich zu sein an edlen Werken, freigebig zu sein, mitteilsam, wobei sie für sich selbst ein schönes Grundvermögen für die Zukunft anlegen“ 
Vgl Lk 16,9:  „Und ich sage euch: Macht euch selbst Freunde mittels des ungerechten Mammons, damit, wenn ihr ausgeht, sie euch aufnehmen in die ewigen Wohnungen.“

            .  „damit sie das ewige Leben ergreifen.“ 

Vgl V. 12M.

C.  ERNSTE SCHLUSSWORTE  V. 20.21

    I:  Eine flehende Bitte  V. 20

„O Timotheus, verwahre das Anvertraute; meide dabei stets das profane, leere und ergebnislose Gerede und Gegenaufstellungen der fälschlicherweise benannten Kenntnis.“

        .  „O Timotheus“: noch einmal das spärliche „O“ 

        .  „verwahre“: Halte, wie in einem Gefängnis!, wie ein Polizist. Bewahre es! Verwahre das dir anvertraute Evangelium. Verwahre die dir anvertraute Aufgabe. Lass das Evangelium rein bleiben und sei du treu in der Aufgabe, es weiter zu geben.

        .  „meide dabei stets das profane, leere und ergebnislose Gerede und Gegenaufstellungen“: Geben wir Acht bei solchen, die jedesmal, einerlei was man sagt, immer etwas dagegen aufzustellen haben. Hat man so einen vor sich, so kann man sich fragen: „Will der wirklich die Wahrheit, oder meint er nur sich selbst? Kann man mit solchen Leuten noch sprechen? Wie komme ich weiter?“ Manchmal muss man das Gespräch mit solchen Leuten aufgeben und sie meiden.

    II:  Ein warnendes Beispiel  V. 21A

„Einige bekannten sich dazu und vertraten sie. Dabei verfehlten sie, hinsichtlich des Glaubens, das Ziel.“ Davor bewahre uns Gott!

    III:  Ein Gebet  V. 21E

„Die Gnade sei mit dir.“
Nicht: „mit euch“; „mit dir“ ist von der überwältigenden Mehrheit der gr. Hss bezeugt.

    IV:  Das letzte Wort  V. 21E

„Amen!“
Dieses Wort kann indikative Bedeutung haben: „So ist es!“ Es kann auch imperative Bedeutung haben: „So sei es!“, als Gebet.
Hier kann es sich in beiderlei Sinn auf den ganzen Brief beziehen.

  1. THEMAVORSCHLÄGE FÜR WORTSTUDIEN IM BRIEF . Wort
    . Heilig u. verwandte Begriffe
    . Gebieten
    . Anweisen
    . Frömmigkeit/Ehrfurcht: nicht Gottseligkeit
    . Lehre u. Lehren
    . Retten u. Bewahren
    . Dienst
    . Gewissen
    . Abwenden

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