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Die Bibelübersetzung: „Die Bibel in deutscher Fassung“ von Herbert Jantzen und Thomas Jettel.
Die Übersetzung ist hier als Online Version verfügbar.
Version: Oktober2022

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Psalm


Kapitel: 78

1 Eine Unterweisung Von Asaf Nimm zu Ohren, mein Volk, meine Weisung! Neigt euer Ohr zu den Worten* meines Mundes!2 Ich werde meinen Mund auftun in Gleichnisrede, Rätsel sprudeln lassen aus der Vorzeit.3 Was wir gehört und erfahren haben, was unsere Väter uns erzählt haben,4 wollen wir nicht verhehlen ihren Söhnen; wir wollen dem künftigen Geschlecht erzählen die Ruhmestaten Jahwehs, seine Macht und seine Wundertaten, die er getan hat.5 Er stellte ein Zeugnis auf in Jakob und setzte in Israel eine Weisung fest, die er unseren Vätern gebot, ihren Söhnen <sie> kundzutun,6 damit das spätere Geschlecht <sie> kenne, die Söhne, die geboren würden, und sie aufständen und ihren Söhnen erzählten,7 dass sie ihr Vertrauen setzen auf Gott, nicht vergessen die Taten Gottes, <des Starken>, und auf seine Gebote achten -8 und nicht werden wie ihre Väter, ein trotziges und störrisches Geschlecht, ein Geschlecht, dessen Herz nicht gefestigt und dessen Geist nicht treu war dem Starken.9 Die Söhne Ephraims, gerüstete Bogenschützen, wandten sich um am Tag der Schlacht.10 Sie hielten nicht den Bund Gottes, weigerten sich, in seiner Weisung zu wandeln;11 sie vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er sie hatte schauen lassen.12 Wunder tat er vor ihren Vätern im Land Ägypten, im Gefilde Zoans1.
1 D. i. das griechische Tanis, am Ostufer des tanitischen Nilarmes, die Residenz der alten ägyptischen Könige.
13 Er spaltete das Meer, führte sie hindurch, ließ die Wasser stehen wie einen Damm.14 Und er leitete sie des Tags mit der Wolke und die ganze Nacht mit dem Licht eines Feuers.15 Er spaltete Felsen in der Wüste und tränkte sie wie mit vielen Fluten.16 Er ließ Bäche aus dem Felsen hervorkommen und Wasser herablaufen wie Ströme.17 Doch sie fuhren fort, gegen ihn zu sündigen und gegen den Höchsten widerspenstig zu sein im dürren Land.18 Sie versuchten den Starken2 in ihren Herzen und forderten Speise für ihre Gelüste.
2 heb. El
19 Und sie redeten gegen Gott. Sie sagten: "Sollte der Starke einen Tisch bereiten können in der Wüste?20 Siehe! Den Felsen hat er geschlagen, und Wasser flossen heraus, Bäche strömten. Wird er auch Brot geben können oder seinem Volk Fleisch verschaffen?"21 Darum, als Jahweh es hörte, ergrimmte er, und Feuer entbrannte gegen Jakob, und auch Zorn stieg auf gegen Israel,22 weil sie Gott nicht glaubten und nicht vertrauten auf sein Retten.23 Doch hatte er geboten den Wolken droben und geöffnet die Türen des Himmels24 und Manna auf sie regnen lassen zum Essen und ihnen Himmelsgetreide gegeben.25 Der Mensch aß Brot der Starken3. Verpflegung sandte er ihnen bis zur Sättigung.
3 Mit den "Starken" sind hier Engel gemeint; Ps 103,20.
26 Er ließ aufbrechen den Ostwind am Himmel, und führte in seiner Stärke den Südwind heran,27 er ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und gefiederte Vögel wie Sand der Meere28 und ließ [sie] fallen mitten in sein Heerlager, rings um ihre Wohnungen hin.29 Und sie aßen und sättigten sich sehr, und was sie begehrten, brachte er ihnen.30 Noch hatten sie von ihrer Begierde nicht gelassen, noch war ihre Speise in ihrem Mund,31 da stieg der Zorn Gottes gegen sie auf; er tötete von ihren Kräftigsten4 und Israels Jünglinge streckte er nieder.
4 o.: Stattlichen
32 Bei dem allem sündigten sie wieder und glaubten nicht an seine Wunder.33 Da ließ er in Nichtigkeit schwinden ihre Tage und ihre Jahre in Schrecken.34 Wenn er sie tötete, fragten sie nach ihm und kehrten um und suchten Gott, <den Starken>, mit Eifer;35 und sie dachten daran, dass Gott ihr Fels sei und Gott, der Höchste, ihr Erlöser.36 Mit ihrem Mund wollten sie ihn betören, sie belogen ihn mit ihrer Zunge.37 Ihr Herz war gegen ihn nicht fest5 und sie waren seinem Bund nicht treu.
5 o.: war nicht fest nach ihm <ausgerichtet>
38 Er aber war barmherzig, vergab die Schuld, vertilgte [sie] nicht. Und oftmals wandte er seinen Zorn ab, ließ nicht erwachen all seine Grimmglut;39 denn er bedachte, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkehrt.40 Wie oft waren sie widerspenstig gegen ihn in der Wildnis, betrübten ihn in der Einöde!41 Wieder versuchten sie Gott, <den Starken>, und reizten6 den Heiligen Israels.
6 und kränkten
42 Sie dachten nicht an seine Hand, an den Tag, da er sie vom Bedränger erlöste,43 als er seine Zeichen tat in Ägypten und seine Wunder im Gefilde Zoans:44 Er verwandelte ihre Flussarme in Blut, sodass man ihre Rinnsale7 nicht trinken konnte.
7 Gemeint sind die Nilarme und -kanäle.
45 Er sandte Ungeziefer8 unter sie, das sie fraß, und Frösche, die sie verderbten.
8 eigtl.: Schwärme; ob eine bestimmte Fliegenart (wie Hundsfliegen o. Stechfliegen) gemeint ist, ist ungewiss.
46 Und er gab ihren Ertrag dem Vertilger9 und ihre Arbeit10 der Heuschrecke.
9 hier: eine Heuschreckenart; heb. chassid
10 d. h.: ihr Erarbeitetes; die Frucht ihrer Arbeit
47 Ihre Reben zerschlug er mit Hagel, ihre Maulbeerfeigenbäume mit Schloßen11.
11 o.: großen Hagelkörnern.
48 Und ihr Vieh gab er dem Hagel preis und ihre Herden den Blitzen.49 Er ließ gegen sie los die Glut seines Zorns, Wut und Entrüstung und Bedrängnis, eine Gesandtschaft von Boten des Unheils.50 Er bahnte seinem Zorn einen Weg und entzog ihre Seele nicht dem Tod, und er gab ihr Leben der Pest preis.51 Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, die Erstlinge der Kraft in den Zelten Hams.52 Er ließ sein Volk wegziehen wie Kleinvieh, leitete sie in der Wüste wie eine Herde,53 führte sie sicher, sodass sie sich nicht fürchteten, und ihre Feinde bedeckte das Meer.54 Er brachte sie in die Grenzen seines Heiligtums12, zu diesem Berg, den seine Rechte erworben hat.
12 o.: in das umgrenzte Gebiet seines Heiligtums (o.: seiner heiligen <Bereiche>)
55 Er verdrängte Völker vor ihnen und verteilte mit der Messschnur den Erbbesitz, ließ die Stämme Israels wohnen in deren Zelten.56 Aber sie versuchten Gott, den Höchsten, waren widerspenstig gegen ihn, hielten nicht seine Zeugnisse;57 sie wichen zurück und handelten treulos wie ihre Väter. Sie drehten sich - wie ein trügerischer Bogen13.
13 d. h.: sie waren wie ein Bogen, der seine Pfeile in die falsche Richtung abschnellen lässt.
58 Sie kränkten ihn durch ihre Höhen, reizten ihn zur Eifersucht durch ihre Schnitzbilder.59 Gott hörte es und ergrimmte, und er verwarf Israel gar sehr.60 Und er gab dahin die Wohnung zu Silo, das Zelt, das er errichtet hatte unter den Menschen.61 Er gab in die Gefangenschaft seine Stärke14 und seine Pracht in die Hand des Bedrängers.
14 Gemeint ist die Bundeslade; Ps 132,8.
62 Und er gab sein Volk dem Schwert preis; und er ergrimmte gegen sein Erbteil.63 Seine Jünglinge fraß das Feuer, seine Jungfrauen mussten ohne Brautlied bleiben.64 Seine Priester fielen durchs Schwert, seine Witwen konnten nicht beweinen.65 Mein Herr erwachte einem Schlafenden gleich, wie ein Held, der aufjauchzt vom Wein;66 und er schlug seine Bedränger zurück; ewige Schande fügte er ihnen zu.67 Und er verwarf das Zelt Josefs, den Stamm Ephraim15 erwählte er nicht;
15 Vgl. Jos 18,1; Ri 18,31; 1Sam 1,3; wann das Zelt zerstört wurde (Jer 7,12-15), wird nicht berichtet.
68 und er erwählte sich den Stamm Juda, den Berg Zion, den er liebte.69 Er baute wie Höhen sein Heiligtum, gleich der Erde, die er auf ewig gegründet hat.70 Er erwählte sich David, seinen Knecht, und nahm ihn von den Hürden der Schafe;71 von den Säugenden16 weg ließ er ihn kommen, Hirte zu sein für Jakob17, sein Volk, und Israel, sein Erbteil.
16 d. h.: von den Muttertieren
17 o.: Jakob zu weiden <und zu hüten>
72 Und er war ihnen Hirte nach der Lauterkeit seines Herzens; und mit der Geschicklichkeit seiner Hände18 leitete er sie.
18 o.: mit Verständigkeit seiner Hände; mit weiser Hand