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Die Bibelübersetzung: „Die Bibel in deutscher Fassung“ von Herbert Jantzen und Thomas Jettel.
Die Übersetzung ist hier als Online Version verfügbar.
Version: Oktober2022

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Psalm


Kapitel: 89

1 Eine Unterweisung Von Etan, dem Esrachiter2 Die Gnadenerweise1 Jahwehs will ich besingen auf ewig, von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Munde künden deine Treue2,
1 eigtl.: die Erweisungen der Güte <und Treue>; im Heb. die Mehrzahl von chäsäd
2 o.: Zuverlässigkeit; o.: Wahrhaftigkeit; so a. V. 3.6.9.25.34.50.
3 denn ich sage: "Auf ewig wird gebaut werden die Güte3. An den Himmeln, an ihnen befestigst du deine Treue."
3 d. h.: die Güte <und Treue> Jahwehs; die Erweisung der Liebe und Bundestreue Jahwehs; heb. chäsäd.
4 "Einen Bund schloss ich mit meinem Erwählten; David, meinem leibeigenen Knecht, schwor ich:5 'Auf ewig befestige ich4 deinen Samen, auf [alle] Geschlechter hin baue ich deinen Thron.'" (Sela)
4 o.: mache ich fest; gründe ich
6 Und die Himmel werden dir Lob bekennen für deine Wunder, Jahweh, und für deine Treue, in der Versammlung der Heiligen;7 denn wer in der Wolkenhöhe5 ist mit Jahweh vergleichbar? [Wer ist] Jahweh gleich unter den °Gottessöhnen6?
5 i. S. v.: im Himmel
6 o.: unter den Söhnen der Starken (benee elim); vgl. Ps 72,4; Mt 9,15. Gemeint sind vmtl. die Engel. Vgl. V. 8; 29,1; Hi 2,1; 5,1; 15,15. S. Üsgsk. zu Ps 29,1.
8 Der Starke ist gefürchtet im Ratskreis der Heiligen und furchtgebietend über alle rings um ihn her.9 Jahweh, Gott der Heere! Wer ist ein Starker wie du, Jah? Und deine Treue ist rings um dich her.10 Du bist Herrscher über das Ungestüm7 des Meeres. Erheben sich seine Wogen, du stillst sie.
7 o.: das Emporsteigen; den Stolz; die Hoheit
11 Du hast Rahab8 zermalmt wie einen Durchbohrten, hast mit deinem starken Arm zerstreut deine Feinde.
8 eigtl.: das Ungetüm; den Großtuer; Bezeichnung für ein Seeungeheuer (Jes 51,9), auch Sinnbild für Ägypten. Vgl. Ps 74,13-17; 89,11; Hi 9,13; 26,12; Jes 30,7; 51,9.
12 Dein sind die Himmel, dein ist auch die Erde; das Festland9 und seine Fülle, du hast sie gegründet.
9 o.: die bewohnte Welt; heb. thebel
13 Norden und Süden, du hast sie erschaffen. Tabor und Hermon jubeln über deinen Namen.14 Du hast einen Arm voller Heldenstärke.10 Stark ist deine Hand, erhaben deine Rechte.
10 o.: Dein ist ein Arm voller Heldenstärke.
15 Gerechtigkeit und Recht sind die Grundfeste deines Thrones. Güte und Wahrheit11 gehen vor deinem Angesicht her12.
11 o.: Treue; Zuverlässigkeit; Beständigkeit
12 o.: machen sich auf (wie aufwartende Diener) vor deinem Angesicht.
16 Selig das Volk, das den Jubelruf kennt. Jahweh! Im Licht deines Angesichts werden sie wandeln.17 Über deinen Namen jubeln sie den ganzen Tag, und durch deine Gerechtigkeit sind sie erhöht;18 denn die Pracht ihrer Stärke bist du, und in deiner Gunst erhöhst du unser Horn13;
13 i. S. v.: unsere Macht; vgl. V. 25.
19 denn Jahwehs ist unser Schild14 und des Heiligen Israels unser König.
14 d. i.: unser Großschild (der König als Schirmherr u. Schützer)
20 Damals sprachst du in einem Gesicht zu deinem Getreuen, du sagtest: "Einen Jüngling15 habe ich über den Helden gesetzt, habe einen Knaben16 erhöht aus dem Volk.17
15 heb. eser; sonst: Hilfe; Helfer; hier liegt ein Gleichlaut zu einem Wort vor, das "Jüngling" bed.; vgl. das Ugaritische (s. Peters, Psalmen, Bd. 3, S. 319.)
16 o.: einen Erwählten; vgl. Ps 78,70.
17 Vgl. 2Sam 7,4ff; 1Chr 17,3ff.
21 Ich habe David, meinen Knecht, gefunden, mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt;22 mit ihm wird meine Hand18 fest sein19, auch wird mein Arm ihn stärken.
18 vmtl. i. S. v.: meine Macht; meine Kraft
19 o.: festbleiben; gefestigt sein
23 Nicht soll ihn bedrücken20 der Feind, und nicht soll ein Sohn des Frevels ihn beugen.
20 o.: bedrängen; angreifen; täuschen
24 Ich zerschlage vor ihm seine Bedränger, seine Hasser stoße ich nieder.25 Meine Treue und meine Güte sind mit ihm; durch meinen Namen wird sein Horn hoch sein.26 Und ich werde seine Hand an das Meer legen und seine Rechte an die Ströme.27 Er wird mich anrufen: 'Mein Vater bist du, mein Starker und der Fels meines Heils.'28 Ja, ich werde ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten über die Könige der Erde.29 Auf ewig bewahre ich ihm meine Güte21, und mein Bund soll ihm fest22 bleiben.
21 und Treue; so a. i. Folg.
22 und unverbrüchlich
30 Ich setze seinen Samen ein für immer, sein Thron wird sein wie die Tage der Himmel.31 Wenn seine Söhne meine Weisung verlassen und in meinen Verordnungen23 nicht wandeln,
23 o.: Rechten; Urteilen; richterlichen Entscheidungen
32 wenn sie meine Satzungen entheiligen und meine Gebote nicht halten,33 suche ich ihre Übertretung24 heim mit der Rute und ihre Ungerechtigkeit mit Schlägen,
24 o.: ihre Abtrünnigkeit
34 aber meine Güte werde ich ihm nicht entziehen und nicht brechen meine Treue25.
25 o.: und nicht trügerisch handeln in [Bezug auf] meine Treue.
35 Nicht werde ich entheiligen meinen Bund, nicht werde ich ändern, was aus meinen Lippen hervorging.36 Einmal habe ich geschworen bei meiner Heiligkeit. Wie könnte ich David belügen?26
26 w.: Wenn ich David belüge ...! (D. i. eine heb. Schwurformel; die zweite Hälfte wird nicht ausgesprochen. Der Satz bedeutet eine starke Verneinung, etwa: "Ganz sicher werde ich David nicht belügen!")
37 Sein Same wird ewig sein und sein Thron wie die Sonne vor mir,38 wie der Mond wird er ewiglich feststehen: Der Zeuge in der Wolkenhöhe ist treu." (Sela)39 Aber du hast verstoßen und verworfen, bist sehr zornig gewesen gegen deinen Gesalbten27,
27 Gemeint ist der König, der "Knecht" von V. 40; so a. V. 52.
40 hast gelöst den Bund mit deinem Knecht, hast seine Krone28 entweiht, zur Erde [geworfen].
28 o.: sein Diadem; seinen Weihereif
41 Eingerissen hast du alle seine Mauern und seine Festungen29 in Trümmer gelegt.
29 o.: Bollwerke
42 Es plündern ihn alle des Wegs Kommenden. Seinen Nachbarn ist er zum Hohn geworden.43 Du hast erhöht die Rechte seiner Bedränger, hast alle seine Feinde erfreut.44 Auch hast du zurückweichen lassen die Schärfe seines Schwerts30 und ihn nicht bestehen lassen im Kampf.
30 i. S. v.: sein scharfes Schwert
45 Ein Ende gemacht hast du seinem Glanz, seinen Thron hast du zur Erde gestürzt.46 Du hast verkürzt die Tage seiner Jugend, du hast ihn in Schmach gehüllt. (Sela)47 Bis wann31, Jahweh, willst du dich immerzu verbergen, soll wie Feuer brennen dein Grimm?
31 o.: Wie lange noch
48 Gedenke, wie [kurz] meine Lebenszeit ist, zu welcher Nichtigkeit du alle Söhne Adams geschaffen hast!49 Wer ist der Mann, der lebt und den Tod nicht sehen muss, der seine Seele entrinnen lassen könnte aus der Hand32 des Scheols? (Sela)
32 i. S. v.: Gewalt; Macht
50 Wo sind, Herr, deine früheren Gnadenerweise33, die du David geschworen hast in deiner Treue?
33 eigtl.: die früheren <Erweise> deiner Güte <und Treue>; wie V. 2.
51 Gedenke, Herr, des Hohns deiner Knechte, dass ich in meiner Brust34 trage [das Höhnen] all der vielen Volksscharen,
34 o.: in meinem Schoß; o.: in meinem Gewandbausch
52 womit deine Feinde höhnen, Jahweh, womit sie höhnen die Fußspuren deines Gesalbten35!
35 d. i.: des Königs
53 Gelobt sei Jahweh ewiglich. Amen. Ja, Amen.